10er-Gondelbahn mit einer Verzweigung

Die Jungfraubahn-Gruppe hat ein Konzept zur künftigen Erschliessung von Männlichen und Kleine Scheidegg erarbeitet. Sie möchte gemeinsam mit der Gondelbahn Grindelwald Männlichen AG (GGM) eine 10er-Gondelbahn in Form eines Ypsilons bauen. Die bestehende Gondelbahn der GGM, die zwischen Grindelwald Grund und Männlichen verkehrt, soll ersetzt werden.

Die neue 10er-Gondelbahn wird ihre Passagiere dank einer Verzweigung sowohl nach Männlichen als auch nach Kleine Scheidegg  befördern können. Dabei entscheiden die Gäste bereits an der Talstation in Grindelwald Grund, wohin sie fahren werden. Es ist vorgesehen, im Bereich Rothenegg eine zusätzliche Haltestelle der Berner Oberland-Bahn zu bauen. Diese wird den Reisenden ermöglichen, von der Berner Oberland-Bahn direkt auf die 10er-Gondelbahn umzusteigen. Auf einem Rollband werden sie zwischen der neuen Haltestelle und der Talstation der Gondelbahn hin- und her befördert. Die Jungfraubahn-Gruppe geht davon aus, dass der Bau der Gondelbahn und der Haltestelle insgesamt rund  80 Millionen Franken kosten wird. Das Projekt geht aus einer Studie des Skigebietsplaners Ecosign hervor, die von den Gemeinden Grindelwald, Lauterbrunnen und den Bergbahnunternehmen der Jungfrau Region in Auftrag gegeben wurde. Die Studie besagt unter anderem, dass es zu lange dauere, bis das Skigebiet Männlichen-Kleine Scheidegg gefüllt werden könne. Und sie zeigt auf, dass die Region die Zugänge zum Skigebiet bequemer gestalten muss, um sich im Wettbewerb behaupten zu können. Nun wird die Kapazität erhöht, die neue Gondelbahn wird 3600 Personen in der Stunde befördern können. Zudem wird die Reisezeit mit dem öffentlichen Verkehr zwischen Interlaken und Kleine Scheidegg beziehungsweise Männlichen um eine halbe Stunde verkürzt. So werden die Bergstationen ab Bern in zwei Stunden, ab Zürich in drei Stunden erreichbar sein. In der Nähe der Talstation der künftigen Gondelbahn plant zudem ein Investor, ein Resort zu realisieren. Vorgesehen ist, dass rund 500 bewirtschaftete Betten geschaffen werden. Damit soll ein weiteres Problem der Jungfrau Region, der zunehmende Mangel an warmen Betten, angegangen werden.

Die Jungfraubahn-Gruppe besitzt 28 Prozent des Aktienkapitals der Gondelbahn Grindelwald Männlichen AG. Sie hat nicht die Absicht, eine Fusion der beiden Unternehmungen anzustreben. Die GGM wurde eingeladen, das Projekt gemeinsam zu prüfen. Am 16. August 2011 wird eine Informationsveranstaltung für die betroffenen Grundeigentümer und die Einwohner von Grindelwald durchgeführt. Ziel ist es, die neue 10er-Gondelbahn in der Wintersaison 2015/2016 in Betrieb zu nehmen.

erstellt 05.07.2011

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