Medizinische Tipps - Jungfraubahnen

Unsere Bahnen erlauben einen raschen Transport in die Höhe. Mit zunehmender Höhe nimmt der Luftdruck und entsprechend der Sauerstoff in der Einatmungsluft ab. Der gesunde Körper verfügt aber über ausgezeichnete Anpassungsmechanismen, die auch einen relativ schnellen Aufstieg in mittlere und grössere Höhen bis ca. 4000 Metern ohne gesundheitliche Schädigungen erlauben. Die klassischen Höhenkrankheiten (Höhenödeme) treten frühestens nach 6–12 Stunden bei einem Aufenthalt über 2500 Metern auf.

Deshalb sind die Höhenkrankheiten für den Kurzaufenthalt auf dem Jungfraujoch ohne praktische Bedeutung. Trotzdem sollte man Ausflüge in die Höhe nur unternehmen, wenn man sich gesund fühlt. Bei bestimmten Herz-, Lungen-, Kreislauf- und Blutkrankheiten ist der Höhenaufenthalt mit Risiken verbunden. Es gelten die folgenden Empfehlungen

 

Höhenaufenthalt ohne Einschränkungen

  • Ein höheres Alter ist kein Hindernis für einen Aufenthalt in der Höhe.
  • Bei medikamentos gut eingestellten Blutdruckpatienten ist der Höhenaufenthalt unbedenklich.
  • Asthmatiker dürfen sich problemlos in die Höhe begeben. Höhenluft ist weniger mit Anfall auslösenden Partikeln verschmutzt.
  • Epileptiker,die medikamentös gut eingestellt sind, dürfen sich in die Höhe begeben.

 

Im Zweifelsfall ist eine vorgängige ärztliche Beratung angezeigt

  • Patienten nach einem erfolgreichen Eingriff an den Herzkranzgefässen können, wenn sie im Flachland voll leistungsfähig sind und nicht an Angina pectoris leiden, nach Rücksprache mit ihremArzt einen Höhenaufenthalt planen.
  • Für Patienten mit Herzerweiterung und einer eingeschränkten Pumpleistung des Herzens (Herzschwäche) ist ein Aufenthalt auf dem Jungfraujoch nach vorgängiger ärztlicher Beratung möglich, falls die Leistungsfähigkeit in der Ebene nicht schwer eingeschränkt ist.
  • Bei gewissen chronischen Bluterkrankungen mit Blutarmut empfiehlt sich eine vorgängige ärztliche Beratung.
  • Schwangere: Über 2500–3000 Metern besteht möglicherweise eine gewisse Gefahr für die Schwangerschaft auch ohne vorbestehende Krankheiten. Vorsicht ist deshalb angeraten.
  • Kleinkinder in den ersten 2 Lebensjahren sollten nicht über 2500 Metern schlafen. Kurzfristige Aufenthalte auf dem Jungfraujoch sind unproblematisch. Säuglinge und Kleinkinder können häufig den Druckausgleich während der Talfahrt nicht machen und sind deshalb vermehrt für Ohrreizungen gefährdet. Regelmässiges Schlucken (Trinken, Schoppen) während der Talfahrt kann das Auftreten dieser Reizungen verhindern. Weil Kinder schneller auskühlen als Erwachsene, ist in der Höhe immer auf einen genügenden Kälteschutz zu achten. Auf dem Gletscher ist eine Sonnenbrille und guter Sonnenschutz nötig!

 

Höhenaufenthalt nicht empfohlen

  • Lungen- und Herzpatienten, die bereits in Ruhe oder beim leichten Treppensteigen in Atemnot geraten, muss von einem Höhenaufenthalt abgeraten werden.
  • Patienten mit Angina pectoris oder schwer eingeschränkter Leistungsfähigkeit bei Herzerweiterung und Herzschwäche sollten sich nicht in grosse Höhen begeben.
  • Herzkranzgefässerkrankungen (Angina pectoris) und Herzerweiterung unter medikamentöser Therapie sollten sich nicht in grosse Höhen begeben.
  • Patienten mit einem ausgeprägtem Risikoprofil für kardiovaskuläre Erkrankungen (Raucher + hoher Blutdruck + Zuckerkrankheit + hohe Blutfette + Übergewicht + gelegentlich Brustschmerzen) sollten vor einem Höhenaufenthalt den Arzt konsultieren.
  • Nach einer Streifung oder einem Hirnschlag darf man nichtin die Höhe gehen.

 

Weitere praktische Tipps

  • Bei Schnupfen (Erkältung) empfiehlt sich ein abschwellender Nasenspray vor einer Talfahrt, um Ohrreizungen durch fehlenden Druckausgleich vorbeugen zu können.
  • Mit zunehmender Höhe sinkt die Umgebungstemperatur. Deshalb ist bei Ausflügen über 1500 Metern auch im Hochsommer auf warme Kleider zu achten.
  • Die intensive Strahlung in der Höhe bedingt einen ausreichenden Sonnenschutz der Haut und der Augen.Auf dem Gletscher besteht eine grosse Gefahr für Schneeblindheit ohne Sonnenbrille!
  • Alkohol und Nikotin im Übermass vor oder während des Ausfluges können den Tag verderben.

 

 

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