Die Berner Oberland-Bahn (BOB)

Die Berner Oberland-Bahn verbindet Interlaken Ost mit Grindelwald und Lauterbrunnen. In der Regel fahren zwei Zugkompositionen zusammengekoppelt bis Zweilütschinen. Dort werden sie getrennt. Der eine Zug fährt nach Grindelwald, der andere nach Lauterbrunnen. Sämtliche Kompositionen sind pendelfähig zusammengestellt. Das Triebfahrzeug befindet sich immer auf der Bergseite. Talseitig ist jeweils ein Steuerwagen mit Führerstand angeordnet, so dass in den Kopfbahnhöfen auf Umfahrungsmanöver verzichtet werden kann. Die Bahn wurde 1890 eröffnet und fährt seit 1914 elektrifiziert. Seit dem Fahrplanwechsel von 1999 erlaubt ein neu gebauter Doppelspurabschnitt zwischen Zweilütschinen und Wilderswil das Kreuzen auf offener Strecke. Dadurch kann ein Fahrplan im Halbstundentakt mit nur fünf Zugkompositionen angeboten werden. Seit 2005 ist jede Komposition standardmässig mit einer komfortablen dreiteiligen Niederflureinheit ausgestattet.

1890 - Eröffnung der BOB

Die Idee, in den beiden Lütschinentälern eine Eisenbahn zu bauen, entstand 1873. Der Gemeinderat von Aarmühle (später Interlaken) lehnte jedoch die ersten Projekte ab. Ihm schlossen sich auch die Entscheidungsträger der Nachbargemeinden Matten, Unterseen, Wilderswil und Bönigen an. Auch Grindelwald wollte vorerst auf einen Bahnanschluss verzichten, Lauterbrunnen zeigte sich unentschlossen. Doch dann änderte sich die öffentliche Meinung und das Vorhaben erhielt von breiten Kreisen Unterstützung. Am 2. November 1888 wurde die Berner Oberland-Bahnen in Interlaken gegründet. Bereits am 1. Juli 1890 konnte die Schmalspurbahn, die zwischen Interlaken Ost und Grindelwald respektive Lauterbrunnen verkehrt, eröffnet werden.