Fragen & Antworten

Wussten sie... ?

  • Die neue blaue Piste Eigergletscher – Kleine Scheidegg entspricht gemäss der Vorschrift DIN 32912 der Norm einer blauen Piste.
  • Die Wengernalpbahn verkehrt unverändert zwischen Grindelwald Dorf und Kleine Scheidegg. Während der Saison im ½-Stunden- Takt, ausserhalb im Stundentakt.
  • Die neue Bahnstation Rothenegg erhöht die Attraktivität des öffentlichen Verkehrs überproportional. Es kommt zu einer Verlagerung von der Strasse auf die Schiene.
  • Im Terminal Grindelwald Grund entsteht ein Parkhaus mit rund 1000 neuen Parkplätzen.
  • Die geplante 3S-Bahn von Grindelwald Grund zum Eigergletscher schmälert die Wirkung der Eigernordwand gemäss dem Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission nicht oder nicht erheblich.
  • Bei der Realisierung der V-Bahn wird es zu keinen Entlassungen kommen. Insgesamt gibt es bei den Jungfraubahnen mit der V-Bahn 12 Stellen mehr als ohne. Gleichzeitg kann durch das Projekt bei der GGM der Stellenerhalt gesichert werden.
  • Die Attraktivität des Firstgebiets wird durch die Busverbindung im durchgehenden Viertelstundentakt ab Grindelwald Grund gesteigert.
  • Das Projekt generiert in Grindelwald jährlich rund CHF 1,7 bis 2,5 Mio. wiederkehrende Steuereinnahmen. Der Wertschöpfungseffekt in Grindelwald bewegt sich zwischen 30 und 67 Mio. Franken.
  • Die Jungfraubahnen unterstützen Saisonstellen. Die V-Bahn wird die Möglichkeiten solcher Zusatzeinkommen erweitern.
  • Für die Entschädigung der Überfahrrechte mit der 3S-Bahn erhält die Bergschaft jährlich einen Betrag von CHF 250’000.
  • Das Überfahrrecht für die 3S-Bahn gilt nur, solange die WAB nach Fahrplan verkehrt. Die Bahnen investieren CHF 400 Mio. in das V-Projekt – ohne Gemeindebeteiligung.

Zerstört der Eiger-Express die Silhouette der Eigernordwand?

  • Ein ENHK-Gutachten wurde in Auftrag gegeben. Am 27. Juni 2014 fand eine Begehung vor Ort statt. Beurteilt wurden die Auswirkungen des Projekts V-Bahn auf die betroffenen Objekte der Bundesinventare. Das Resultat wird in das Plangenehmigungsverfahren mit einfliessen und Bestandteil der Gesamtauflage der Gemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen sein.
  • Die ENHK kommt zum Schluss, dass das betroffene BLN-Objekt Nr. 1507/1706 durch die geplante 3S-Bahn „Eiger-Express“ und die geplante Deponie gemessen an den dargelegten Schutzzielen in leichtem Masse beeinträchtigt wird.
  • Zusammenfassend hält das ENHK-Gutachten fest: „Die neue Bahn wird von der überwiegenden Zahl der möglichen Betrachtungsstandorte die Wirkung der Eigernordwand nicht oder nicht erheblich schmälern. An einzelnen Standorten, vor allem im Raum Salzegg, muss von einer schweren Beeinträchtigung ausgegangen werden. Diese nur punktuelle und nur für relativ wenige Betrachter überhaupt relevante Beeinträchtigung ändert aber nichts daran, dass bei einer Gesamtbetrachtung nicht von einer schweren, sondern von einer leichten Beeinträchtigung des BLN-Objekts auszugehen íst. Bei der Beurteilung wird auch berücksichtigt, dass sich die neue Bahn in einem der ältesten Tourismusgebiete der Schweiz in ein Gefüge bereits bestehender, intensiv genutzter Erschliessungsanlagen integriert und dies zu keiner flächenmässigen Erweiterung der touristischen Nutzung führt. Die neue 3S-Bahn ,,Eigerexpress" soll u.a. auch eine Entlastung und Aufwertung der Kleinen Scheidegg ermöglichen, die im ISOS als Spezialfall enthalten ist.
  • Als Kompensation für die punktuell schwere Beeinträchtigung ist jedoch eine angemessene Ersatzmassnahme erforderlich. Wie oben ausgeführt, wirkt die heutige nächtliche Beleuchtung der Station Eigerwand störend. Die ENHK beantragt deshalb, dass im Sinne einer Ersatzmassnahme die Lichtabstrahlung von der Station Eigerwand gegen aussen abgeschirmt oder zumindest minimiert wird. Falls die Abstrahlung nach aussen nicht vollständig abgeschirmt werden kann, so ist die von aussen sichtbare Beleuchtung, wenn nicht betriebsnotwendig, auszuschalten.“
  • Die Jungfraubahnen nehmen die genannten Kompensationen der ENHK ernst und werden die nötigen Ersatzmassnahmen erfüllen. Insbesondere an der Entflechtung und der Aufwertung der Kleinen Scheidegg liegt den Jungfraubahnen sehr viel. Aber auch die Lichtabstrahlung der Station Eigerwand wird geprüft, um diese bis auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Die Streckenführung der  3S-Bahn wurde gemeinsam mit Fachstellen von Bund und Kanton vor Ort begutachtet und entspricht der ökologisch besten Variante. Sie wird über kein Wohnhaus führen. Die sieben Masten sind ausserhalb des Gewässerbereichs und nur am Rand von bewirtschaftetem Land vorgesehen. In der Planung wurden Naturgefahren berücksichtigt und die Umweltverträglichkeit geprüft. Aufgrund der Höhe der Masten muss keine Waldschneise geschlagen werden. Es kommt nur zur Fällung einzelner Bäume. Schützenswerte Moorlandschaften werden nicht tangiert. Der Terminal, die Bahnen und die Masten werden bestmöglich in das Landschaftsbild integriert, damit sie optisch unauffällig sind. Genaue Mastenstandorte und Höhe finden Sie hier: Klick
  • Der Eiger-Express führt am Fuss der Eiger-Nordwand vorbei und stärkt das Erlebnis Eigernordwand – die Eigerness – deutlich.
  • Die Fahrt in der Kabine der 3S-Bahn mit 28 Sitzplätzen und Rundum-Sicht zur Eigernordwand bietet für die Gäste ein spektakuläres Fahrerlebnis. Die Möglichkeit, bei der Berg- und Talfahrt zwischen 3S-Bahn und Zahnradbahn zu wechseln, bedeutet ein einmaliger Vorteil gegenüber der Konkurrenz.
  • Sowohl der Terminal und das Parkhaus in Grindelwald Grund mit den begrünten Dachflächen wie auch die Station Eigergletscher wurden bezüglich Farbe und Material optimal ins Landschaftsbild integriert.
  • Die Streckenführung nimmt die Struktur/das Relief der Landschaft optimal auf.
  • Die 3S-Bahn benötigt keine Zwischenstation, womit ein massiver Eingriff in die Landschaft vermieden werden kann.

Dient das Projekt nur den Jungfraubahnen?

Das Projekt V-Bahn ist ein gemeinsames Projekt der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen und der Jungfraubahnen.

  1. Haltestelle Rothenegg und neues Rollmaterial BOB
  2. gemeinsamer Terminal Grund mit Geschäften und direkter Anbindung an den öV
  3. Parkhaus mit 1‘092 Plätzen
  4. Ersatz Männlichenbahn mit einer modernen 10er-Gondelbahn
  5. Eiger-Express mit 44 Gondeln à 28 Sitzplätze
  6. Neues Rollmaterial WAB, bessere Erschliessung Wengen, neuer Wengen Shuttle
  7. Neues Rollmaterial Jungfraubahn, höhere Qualität und keine Stehplätze mehr
  8. First-Terminal in Grindelwald Grund mit einer direkten Anbindung der Firstbahn. Bus-Shuttle ermöglicht attraktiven Skigebietswechsel Kleine Scheidegg-Männlichen und First an einem Tag.

Detail-Infos zu den 8 Elementen hier: Klick (PDF) oder hier: Klick

Der Eiger-Express ist nur ein Bestandteil eines integrierten Gesamtprojekts, welches die Hauptziele Qualität und Zukunft für die gesamte Jungfrau Region verfolgt. Das Projekt umfasst die folgenden acht Punkte:

Was bringt das Projekt Grindelwald und der gesamten Jungfrau Region?

  • Das Projekt bietet eine Qualitätssteigerung für den Gast. Massgebend dafür sind die Modernisierung der WAB sowie die neue 3S-Bahn und die moderne 10er-Gondelbahn der GGM ab einem gemeinsamen Terminal in Grindelwald Grund.
  • Die neuen Bahnen erhöhen die Aufmerksamkeit im internationalen Wettbewerb und führen ganzjährig zur Akquirierung neuer Gäste.
  • Das Projekt schafft einen Terminal mit Geschäften und direktem öV-Anschluss. Dieser Terminal wird gebildet von der neuen Haltestelle Rothenegg der BOB zusammen mit den Talstationen für die Achtergondelbahn auf den Männlichen und der 3S-Bahn zum Eigergletscher. Im Terminal sind diverse Shops, ein Sportgeschäft, Bar, Kiosk und Foodcorner vorgesehen. Weiter gibt es einen Materialservice und Einstellmöglichkeiten für Skimaterial mit 2200 Depots. Die Geschäfte schaffen neue Arbeitsplätze.
  • Die kürzere Reisezeit und der direkte öV-Anschluss ermöglichen es, den Ausflug zum Jungfraujoch mit weiteren Ausflugszielen wie First, Schynige Platte oder Harder Kulm zu kombinieren.
  • Durch die bessere öV-Erschliessung gewinnen Grindelwald, Wengen und die gesamte Jungfrau Region an Attraktivität für Tages- und Aufenthaltsgäste im Sommer und im Winter.
  • Die Realisierung der neuen Bahnen schafft neue Produkte, steigert das Gästeaufkommen und sorgt für einen erhöhten Bekanntheitsgrad. Dadurch werden die Ferienorte im Sommer und Winter gestärkt, allen voran die Hotellerie, Parahotellerie und das Gewerbe.
  • Die langfristige Konkurrenzfähigkeit und Attraktivität als Wintersportdestination können gesteigert werden. Die neuen Bahnen gewährleisten eine Füllzeit des Skigebiets nach internationalem Standard. Die Nutzung der beschneiten Talpisten zur Beschäftigung wird dank der wegfallenden Wartezeiten und des raschen Rücktransports auf den Berg für die Wintersportler attraktiv.
  • Wengen wird durch das neue Rollmaterial der WAB und den Wengen Shuttle besser erschlossen und gewinnt damit für Feriengäste und Einheimische an Attraktivität.
  • Die Rundreise mit der längsten zusammenhängenden Zahnradbahn der Welt bleibt erhalten. Durch die Anschaffung von neuen Panoramazügen bei der WAB wird diese noch attraktiver.
  • Von März 2013 bis März 2014 führte die externe Firma Z-Analyse eine Marktforschung mit Schwerpunkt Jungfraujoch durch. Laut Studie übernachten 68% aller Jochgäste in der Jungfrau Region. Zieht man bei der Basisgrösse die Schweizer Touristen ab (vornehmlich Tagesausflügler), so erreicht die regionale Übernachtungsquote sogar 80%.

Welche Wertschöpfung bringt das Projekt?

Der vom Kanton Bern in Auftrag gegebene Schlussbericht von Ecoplan zu den „Volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts V-Bahn auf den Kanton Bern“ zeigt, dass das Projekt für die Jungfrau Region und vor allem für Grindelwald eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Sowohl in der Bauphase als auch in der Betriebsphase sind deutlich positive Auswirkungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung zu erwarten.

Grindelwald und Jungfrau Region

Bauphase:

  • Das Projekt schafft ein beträchtliches Auftragspotenzial für die regionale Baubranche. Die Region und insbesondere Grindelwald können mit einem Auftragspotenzial von insgesamt CHF 57 Mio. rechnen. Pro Jahr entsteht in Grindelwald während der dreijährigen Bauphase eine Wertschöpfung von 7 Millionen Franken. Das Projekt schafft oder sichert während dieser Zeit 61 Vollzeitstellen. Auch das lokale Gewerbe profitiert. Durch den Aufenthalt auswärtiger Bauarbeiter entsteht eine zusätzliche Nachfrage in der Gastronomie und Hotellerie.

Betriebsphase:

  • Mit dem Projekt können in Grindelwald zwischen 182 und 592 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden. Der Wertschöpfungseffekt bewegt sich zwischen 30 und 67 Mio. Franken. Das Projekt generiert total jährlich wiederkehrende Steuereinnahmen von 11 bis 14,6 Mio. Franken. Von diesen bleiben rund CHF 1,7 bis 2,5 Mio. in der Gemeinde Grindelwald und rund CHF 1 Mio. in der restlichen Jungfrau Region.

Gesamter Kanton Bern

Im ganzen Kanton Bern werden zwischen 342 und 776 neue Arbeitsstellen geschaffen und eine Wertschöpfung von 53 bis 105 Millionen Franken generiert. Das Projekt bringt beträchtliche zusätzliche, jährlich wiederkehrende Steuereinnahmen zwischen 11 bis 14,6 Mio. Franken. Von diesen Einnahmen bleiben 6,8 bis 9,8 Mio. im Kanton Bern (Kanton und Gemeinden).

Zentrale Aussagen:

  • Wird das Projekt V-Bahn nicht umgesetzt, bleibt die Situation in Grindelwald nicht so, wie sie heute ist. Es ist hingegen mit einer mehr oder weniger deutlichen Nachfragereduktion zu rechnen. In allen Szenarien ohne V-Bahn sind Arbeits- und Wertschöpfungsverluste zu erwarten, allen voran in Grindelwald aber auch im restlichen Kanton (leicht negative Effekte).
  • Reine Ersatzinvestitionen bei der GGM reichen nicht, um den Abwärtstrend im Ski-Tourismus zu brechen. Das Skigebiet bliebe im Grundsatz unverändert. Es gäbe keinen Terminal (inkl. Parkhaus) und keine direkte Anbindung an den öV durch die Station Rothenegg.
  • Das Projekt V-Bahn ist ein wesentlicher Bestandteil, damit sich Grindelwald und die gesamte Region als Premium-Destination positionieren können. Es kann in Sachen Destinationsentwicklung einen wichtigen Anfangsimpuls geben, bewirkt sie aber nicht alleine. Es ist ein koordiniertes und aktives Vorgehen aller im Tourismus beteiligter Personen und Unternehmen nötig.
  • Der Sight-Seeing Tourismus auf das Jungfraujoch bildet eine wichtige Stütze für den Tourismus in der gesamten Jungfrau Region. Eine Umfrage mit Reiseveranstaltern hat gezeigt, dass bei 7 von 10 Reiseveranstaltern mehr als 80% aller Kunden vor allem wegen des Jungfraujochs in die Region reisen. Bei den asiatischen Reiseveranstaltern ist dies bei 9 von 10 der Fall.
  • Durch das Projekt ist aufgrund der zusätzlichen Jochgäste mit erhöhtem Busverkehr zu rechnen. Insbesondere Tagesgäste im Winter, aber zunehmend auch Jochgäste werden für Mehrverkehr auf der Bahn sorgen. Durch den Rückgang des motorisierten Individualverkehrs kommt es zu einem Minderverkehr auf der Strasse. Die deutlich verbesserte Anbindung an den öV durch die neue Station Rothenegg bei der BOB erhöht die Attraktivität der Schiene überproportional.

(Quelle: „Volkswirtschaftliche Auswirkungen des Projekts V-Bahn auf den Kanton Bern“, Schlussbericht Ecoplan)

Kann das lokale Gewerbe profitieren?

  • Die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit als Winter- und Sommergebiete sowie des „Top of Europe“ sichern und erhöhen die Geschäftsmöglichkeiten in Grindelwald.
  • Grindelwald wird dank seiner neuen Bahnen deutlich an Standortattraktivität gewinnen.
  • Der neue Terminal bietet neue Geschäftsflächen im Rahmen der Dienstleistungskette direkt am Kundenstrom.
  • Das Trägerschaftsmodell Terminal bietet diese zusätzlichen Flächen Partnern in Grindelwald an.

Wie sieht die Zukunft der WAB aus?

  • Die WAB ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtprojekts. Um den Erhalt der WAB vertraglich zu regeln, wurden mit der Bergschaft Wärgistal folgende Bedingungen festgehalten: 365-Tage-Betrieb, welcher in den Grundzügen den heutigen ½-Stunden-Taktfahrplan und Stundentakt in der Zwischensaison abbildet. Der Anschluss für den Betrieb der WAB ab/bis Grindelwald-Dorf, mit Anschluss an die BOB. Zur rechtlichen Absicherung gilt das Überfahrtsrecht für die 3S-Bahn nur, wenn die WAB einen fahrplanmässigen Verkehr zwischen Grindelwald Bahnhof und Kleine Scheidegg aufrechterhält.
  • Für die Entschädigung der Überfahrrechte erhält die Bergschaft jährlich einen Betrag von 250‘000 (zusätzlich zu der bisherigen Entschädigung für Wintersport von rund 120‘000).
  • Der Skipass ist zuschlagsfrei und uneingeschränkt gültig auf der Zahnradbahn
  • Schlitten-/Abendfahrten: Die Parteien stimmen Schlitten-/ Abendfahrten sowie die Öffnungszeiten der Bergrestaurants Alpiglen und Brandegg aufeinander ab. Dieses Angebot wird solange beibehalten, als hierfür eine genügende Nachfrage besteht.
  • Mit den Investitionen in die V-Bahn werden der Ganzjahresbetrieb geschützt sowie die GGM und die WAB erhalten.
  • Mit den Rollmaterialerneuerungen bei der WAB und der Jungfraubahn wird die Qualität gesteigert, Stehplätze fallen weg. Wengen wird besser erschlossen und mit dem Wengen-Shuttle für Feriengäste attraktiver.
  • Sechs neue Panozüge sind bei der WAB bestellt und werden ab 2015 auf der Seite Lauterbrunnen eingesetzt. Während der Hauptsaison verkehrt die WAB im Halbstundentakt. Auf der Seite Grindelwald beträgt die Förderleistung mit drei Zügen 300 Personen/h, auf der Wengenseite verkehren vier Züge mit einer Förderleistung von 760 Personen/h. Der Güterverkehr nach Brandegg, Alpiglen und Kleine Scheidegg läuft über die WAB.
  • Der Eiger-Express erlaubt es, Grindelwald Grund und die Kleine Scheidegg zu entflechten. Durch die Neupositionierung wird die Kleine Scheidegg attraktiver für Ausflugsgäste und Wanderer und die WAB fungiert als qualitativ attraktives Transportmittel.

Wird es zu Entlassungen kommen?

  • Bei der Realisierung der V-Bahn wird es zu keinen Entlassungen kommen.
  • Bis im Jahr 2016 werden die WAB und die Jungfraubahn modernisiert. Durch die Beschaffung des neuen Rollmaterials wird es zu einem Stellenabbau kommen, der durch Pensionierungen und Fluktuation abgefangen wird. Mit der V-Bahn werden gleichzeitig neue Stellen geschaffen.
  • Insgesamt gibt es bei den Jungfraubahnen mit der V-Bahn 12 Stellen mehr als ohne. Gleichzeitig kann durch das Projekt bei der GGM der Stellenerhalt gesichert werden

Saisonstellen für Landwirte

  • Schon heute gibt es einige Bauern in Grindelwald und der Jungfrau Region, welche im Sommer als Landwirte tätig sind und im Winter eine Stelle bei den Jungfraubahnen haben.
  • Die Jungfraubahnen unterstützen diese Saisonstellen und bieten damit den Landwirten ein sicheres Zusatzeinkommen.
  • Die V-Bahn wird die Möglichkeiten für solche Winterstellen als Zusatzeinkommen noch erweitern und damit auch den Fortbestand von Landwirtschaftsbetrieben fördern.

Gibt es einen Plan B?

Die Bauherrschaft liess ein seilbahntechnisches Fachgutachten (Gutachten Hili Manz) zur Prüfung einer geforderten alternativen Linienführung erstellen. Die bestehende Linienführung wurde als die ökologisch und ökonomisch beste Variante bestätigt. Durch die Reduktion der Stützenhöhe der Masten 6 & 7 (Projektänderung) konnte sie jedoch nochmals optimiert werden.

In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Varianten einer neuen Erschliessung der Kleinen Scheidegg und des Eigergletschers geprüft. Aus ökologischen, finanziellen oder technischen Gründen wurden diese verworfen und Alternativen ausgearbeitet. Das Ergebnis ist das Projekt V-Bahn, welches in Anbetracht der Streckenführung als ökologisch beste Variante gilt und weiter die Entflechtung sowohl der Kleinen Scheidegg als auch von Grindelwald Grund ermöglicht. Somit ist die V-Bahn unser Plan B.

Geprüfte Varianten:

  • Der Masterplan Kleine Scheidegg 2008 sah einen neuen Bahnhof mit einer Entflechtung der Besucherströme vor. Allein dafür hätten sich die Kosten aber bereits auf CHF 170 Mio belaufen.
  • Der Ausbau der WAB wurde geprüft. Um einen 15-Minutentakt zu bieten, wären folgende Voraussetzungen nötig:
    • 2 zusätzliche Doppelspurinseln (zwischen Brandegg - Alpiglen und Salzegg - Kleine Scheidegg)
    • 10 zusätzliche Panozüge (für insgesamt 6 Fahrzeugumläufe)
    • Anpassungen Grund: Unterhaltsanlage, Abstellgleise, Unterführung Bahnhof
    • Entflechtung Güter- und Personenverkehrsströme Kleine Scheidegg

Die Kosten würden rund CHF 200 Mio. (teure Infrastrukturbauten) betragen.

Nachteile:

  • hohe Kosten,
  • keine Entflechtung der Kleinen Scheidegg (Personen- & Güterverkehr)
  • kaum Reisezeitverkürzung möglich
  • knappe Platzverhältnisse Grund
  • Kapazitätssteigerung gering: Max. 288 zusätzliche Sitzplätze möglich
  • Ungenügende Fahrplanstabilität

Das Ypsilon-Projekt stiess bei der Bevölkerung, den Landeigentümern wie auch bei den Umweltorganisationen auf grossen Widerstand. Die Variante Y sowie fünf weitere geprüfte Streckenführungen wurden aus ökologischen oder wirtschaftlichen Gründen verworfen.

Ist der Mehrverkehr zu bewältigen?

Die Attraktivitätssteigerung durch die V-Bahn hat Auswirkungen auf die Verkehrssituation (Strasse/Bahn) in den Lütschinentälern. Die Ergebnisse der Korridorstudie zeigen, dass der Verkehr mit entsprechenden Massnahmen zu bewältigen ist.

In der Korridorstudie Lütschinentäler werden die Auswirkungen auf die Verkehrssituation untersucht. Die Basis dafür bilden die folgenden zwei Szenarien:

  • Ausgangsszenario (Ist-Zustand): 13‘750 Erstzutritte (Gäste) Skigebiete Kleine Scheidegg und First. Diese Anzahl entspricht dem 10. besten Spitzentag der Saison 2012/13. (Anmerkung: Der 10. beste Tag der Wintersaison 2013/2014 registrierte 12‘932 Erstzutritte.)
  • Ausbauszenario: 16‘000 Erstzutritte (Gäste) Skigebiete Kleine Scheidegg und First. Diese Anzahl entspricht dem 10. besten Spitzentag der Saison 2007/2008.

Um die Attraktivität der Skigebiete zu gewährleisten, wurden folgende Qualitätsziele definiert:

  • Plafonierung: Die Gästezahl für die Skigebiete Kleine Scheidegg und First soll gegen oben begrenzt werden. Die festgelegte Plafonierung beträgt 16‘000 Gäste.
  • Befüllungszeit: Die Befüllungszeit stellt ein massgebender Faktor für die Attraktivität des Skigebiets dar. Als Zubringerkapazität wurde eine Befüllung von 70% in 3 Stunden vorgegeben.

Ergebnisse Phase I:

  • Die festgelegte Befüllungszeit entspricht der heutigen Nachfrage und ist gewährleistet. Zur Deckung einer erhöhten Nachfrage ist ein öV-Angebotsausbau im Betriebskonzept der Berner Oberland-Bahn (BOB) vorgesehen.
  • Bei der Anreise ist durch die V-Bahn ein Verlagerungseffekt in den Lütschinentälern zu erwarten. Aufgrund der kürzeren Anreisezeit wird die Anreise über Grindelwald attraktiver, u.a. auch weil wegen der grösseren Bergbahnkapazität mit weniger Wartezeiten zu rechnen ist.
  • Beim Jungfraujoch basiert die Studie auf einer Annahme von durchschnittlich 3‘000 Gästen pro Tag. Diese Zahl wird heute nicht erreicht.
  • Über das Jahr gesehen, kann beim Ausgangsszenario mit dem ordentlichen Parkplatzangebot mehr als 75% der Wintersaisontage abgedeckt werden. Die weiteren Winterparkplätze werden nur an den Spitzentagen benötigt. Zur Abdeckung des ordentlichen Parkfeldangebotes ist ein Parkhaus im Grund vorgesehen mit gut 1000 Abstellplätzen. Zur Abdeckung der Spitzentage besteht die Möglichkeit zur Verwendung der Winterparkplätze im Kirchboden und Talgietli.
  • Zur Deckung der Nachfrage des Ausbauszenarios ist ein öV-Angebotsausbau, wie er im BOB Betriebskonzept vorgesehen ist, notwendig. Die Kapazitäten der Zubringer genügen dann theoretisch knapp, um die Nachfrage des 10. besten Tages der Saison 2007/2008 abzudecken. (Anmerkung: Aufgrund dieser Aussage hat der Verwaltungsrat der BOB beschlossen, diesen Ausbauschritt zu realisieren.)
  • Mit dem Rollmaterialkonzept BOB 2018 werden die Kapazitäten in Richtung Grindelwald gegenüber dem Ist-Zustand stark ausgebaut. Insgesamt werden zusätzlich rund 240 Sitzplätze pro Stunde geschaffen.
  • V-Bahn Wunschlinie Nachfrage
  • <<<<BILD>>>>>>Seite 32, Abbildung 17: Wunschlinie Nachfrage

Ergebnisse Phase II

  • Auf der Basis der Phase I wurde die Gesamtverkehrserschliessung der Lütschinentäler durch die Regionalkonferenz Oberland-Ost vertieft abgeklärt. Bei einem erhöhten Gästeaufkommen sind folgende Massnahmen vorgesehen:
  • Bei zunehmender Nachfrage kann bei der BOB kurzfristig mit einzelnen Zusatzkursen reagiert werden. Diese weisen eine zusätzliche Kapazität von 250 Sitzplätzen in Richtung Grindelwald auf. Die Kapazitäten der Zubringer genügen dann theoretisch, um die Nachfrage für den 10. besten Tag der Saison 2007/2008 abzudecken.
  • Die Plafonierung der MIV-Tagesgäste ist grundsätzlich praktikabel. Diese soll über den Verkauf von Skitageskarten und über das Angebot an Parkfeldern gesteuert werden.
  • Zur Verlagerung auf den öV werden flankierende Massnahmen vorgesehen: Parkleitsystem mit Echtzeitinformation, Parkraumbewirtschaftung und -lenkung über Preis und Menge, Beschränkung Winterparkplätze Grindelwald und zusätzliche Parkplätze im Raum Wilderswil.
  • Die Verlagerung auf den öV ist mit Anreizsystemen weiter zu unterstützen, wie zum Bsp. Kombination öV mit Skiabo, Promotionen, etc

Mittel- und längerfristig:

  • Beim Ausbauszenario müssten noch weitere Winterparkplätze mobilisiert werden: P&R Ortweid/Tschingeley mit Shuttle-Bus. Als Alternative ist ein P&R Parkplatz auf dem Areal des Flugplatzes mit separater Haltestelle der BOB denkbar.
  • Falls die einzelnen Zusatzzüge nicht ausreichen, sind längerfristig folgende Handlungsmassnahmen in Betracht zu ziehen: 15-Minutentakt mit P&R Flugplatz und Beschränkung der Tagesgäste. Die Varianten sind kurzfristig nicht notwendig, sind jedoch als Optionen langfristig planerisch zu sichern.

(Quelle: „Korridorstudie Lütschinentäler“, Schlussberichte Phase I & II, Metron Verkehrsplanung AG)

Wie sieht das Betriebskonzept aus?

  • Durch den Bau der V-Bahn und der Haltestelle Rothenegg wird die Reisezeit für die Fahrgäste verkürzt. Weiter gilt es, die BOB, WAB und JB optimal an die Nachfrage und den Stand der Technik anzupassen. Das Betriebskonzept V-Bahn zeigt auf, wie die künftigen Personenflüsse und Gütertransporte abgewickelt werden.
  • Das Betriebskonzept stellt optimale Anschlüsse zwischen der BOB, der V-Bahn, der WAB und der JB sicher. ¼-stündige Fahrplan-Zeitfenster bei der V-Bahn gewährleisten ein schlankes Umsteigen zwischen Seilbahnen und Zügen. Dank der V-Bahn, der Station Rothenegg und JB Premium werden die Reisezeiten innerhalb der Jungfrau Region deutlich verkürzt.
  • Für die BOB ist die Beschaffung von sechs Triebzügen und dreier zusätzlicher Niederflurtriebwagen geplant. Das Betriebskonzept sieht in der Hauptsaison einen Halbstundentakt vor, mit neunteiligen Kompositionen nach Grindelwald und sechsteiligen nach Lauterbrunnen.
  • Sechs neue Panozüge sind bei der WAB bestellt und werden ab 2015 auf der Seite Lauterbrunnen eingesetzt. Während der Hauptsaison verkehrt die WAB im Halbstundentakt. Auf der Seite Grindelwald beträgt die Förderleistung mit drei Zügen 300 Personen/h, auf der Wengenseite verkehren vier Züge mit einer Förderleistung von 760 Personen/h. Der Güterverkehr nach Brandegg, Alpiglen und Kleine Scheidegg läuft über die WAB.
  • Bei der Jungfraubahn werden vier neue dreiteilige Niederflurtriebzüge beschafft. Die Kapazität wird zur Vermeidung von Stehplätzen von 888 auf 1180 Personen pro Stunde (Jungfraujoch an) erhöht. Zwei Züge pendeln im 60 Minuten-Umlauf zwischen Eigergletscher und Jungfraujoch, drei Züge im 90 Minuten-Umlauf zwischen Kleine Scheidegg und Jungfraujoch. Es gilt der Halbstundentakt.
  • Der Eiger-Express hat mit 44 Kabinen à 28 Sitzplätzen eine Förderleistung von 2400 Personen/h und bringt die Passagiere in 15 Minuten zum Eigergletscher. Die kurze Fahrzeit macht die Talabfahrten im Winter zu Beschäftigungsanlagen und ermöglicht eine deutliche Verkürzung der Reisezeit zum Jungfraujoch. Die Betriebszeiten der 3S-Bahn sind im Sommer von 7.15 bis 19.15 und im Winter bis 17.45 Uhr. Der Gütertransport nach Eigergletscher und Jungfraujoch wird grösstenteils über die 3S-Bahn abgewickelt. (Anmerkung: Die kurze Fahrtdauer ermöglicht einen Skigebietswechsel zwischen Kleine Scheidegg – Männlichen und First innert kurzer Zeit.)
  • Die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen wird durch eine moderne Achtergondelbahn ersetzt. Die Fahrzeit wird von 30 auf 19 Minuten reduziert, die Förderleistung auf 1800 Personen pro Stunde verdoppelt. Die Betriebszeiten sind im Sommer von 8.15 bis 18 Uhr und im Winter bis 17.30 Uhr.
  • Der Terminal der V-Bahn erhält mit der Anbindung an die Haltestelle Rothenegg einen direkten öV-Anschluss. Im Terminal vorgesehen sind ein Sportgeschäft, Shops, eine Bar, ein Food Corner, ein Kiosk, ein Infopoint, ein Materialservice, und ein Ski-Depot. Für Gruppen und Individualgäste gibt es separate Zugänge. Bei der 3S-Bahn wird zusätzlich entflechtet zwischen Individualreisenden zum Jungfraujoch und solchen nur bis Eigergletscher.

Wie sieht der Infrastrukturvertrag mit der Gemeinde aus?

  • Zwischen der Gemeinde und der WAB sowie GGM wurde ein Infrastrukturvertrag ausgearbeitet und unterzeichnet. Der Vertrag ist Bestandteil der öffentlichen Gesamtauflage des Projekts.
  • Der Vertrag verpflichtet die Bahnen zum Bau eines Parkhauses sowie zur Errichtung von Winterparkplätzen in den Gebieten Ortweid (ca. 300 Autoabstellplätze inkl. Shuttle zum Terminal Grund), Chilchboden (ca. 350 Autoabstellplätze) und Talgietli (ca. 650 Autoabstellplätze).
  • Der Vertrag verpflichtet die Bahnen zur Bewirtschaftung der Autoabstellplätze.
  • Der Shuttlebus-Betrieb wird wie folgt festgehalten:
    1. Schliessung der Taktlücken im bestehenden Orts- und Skibusbetrieb im Winter. Zusatzkosten von CHF 80‘000.- getragen von den Bahnen.
    2. Shuttle-Busbetrieb ab allen Winterparkplätzen (Chilchboden, Talgietli, Ortweid)
  • Die Parteien verpflichten sich zu folgenden weiteren Massnahmen:
    1. Die WAB bestätigt den Weiterbestand des Betriebs WAB Grindelwald-Grund-Kleine Scheidegg
    2. Der Zugang zur Firstbahn ab Dorfstrasse wird verbessert.
    3. Die Parteien bekennen sich zur Planung und Sicherung von notwendigen Skipisten in allen Skigebieten. Eine neue Piste ab Eigergletscher bis Kleine Scheidegg wird bei Eröffnung der neuen Bahn erstellt, die schwächeren Ski- und Snowboardfahrern gerecht wird.
    4. Die Planung und Realisierung der Schneesicherheit im Firstgebiet mittels technischer Beschneiung sowie weitere Liftanlagen zur Abrundung des Angebots im Firstgebiet sollen planerisch gemeinsam in den nächsten Jahren vorangetrieben werden.
    5. Alle Parteien nehmen zur Kenntnis, dass die BOB auch weiterhin bis ins Dorfzentrum Grindelwald bestehen bleibt.

Welche Anreize werden für Feriengäste geschaffen?

  • Die WAB in Grindelwald Grund wird von sämtlichen Reisegruppen entflechtet.
  • Die Gruppen steigen bereits in Grindelwald Dorf in die WAB ein oder fahren mit dem Eiger-Express. Im Grund steigen bei der WAB nur noch Individualgäste zu.
  • Ziel ist es, internationale Sightseeing Touristen zu Aufenthaltsgästen zu machen. Dank der verkürzten Reisezeit aufs Jungfraujoch haben diese genügend Zeit, um einen weiteren Erlebnisberg wie die First zu besuchen. Sie bleiben damit insgesamt länger in der Region.
  • Der Aufenthaltsgast in Grindelwald findet attraktive Sitzplätze in der WAB und wird bei der Station Grund nicht mehr „überschwemmt“. Der Komfort der Berg- und Talfahrt wird für ihn gesteigert.
  • Der Aufenthaltsgast hat am Bahnhof die Wahl zwischen dem Einstieg in die WAB oder der Fahrt mit der BOB zur Haltestelle Rothenegg/Terminal.
  • Der neue Busterminal Firstbahn in Grindelwald Grund bietet eine direkte Busverbindung zwischen dem Terminal Grund und der Firstbahn. Durch die direkte Skigebietsverbindung erlebt der Feriengast eine deutliche Qualitätssteigerung.
  • Durch die 3S-Bahn kann der Transport ins Skigebiet Kleine Scheidegg und zum Jungfraujoch auch bei schwierigen Wetterverhältnissen wie Lawinengefahr gewährleistet werden. Damit können gewisse wetterbedingte Betriebsunterbrüche bei der WAB abgefangen werden. Der Feriengast kann den geplanten Skitag/Ausflug sicher durchführen.
  • Die Anbindung beliebter Wanderrouten wird deutlich verbessert und die Begehungsmöglichkeiten werden erhöht.  

Was bringt die V-Bahn für die Zukunft?

  • Mit dem Projekt V-Bahn werden Perspektiven für die nächsten Generationen der gesamten Jungfrau Region geschaffen.
  • Die V-Bahn sichert die Konkurrenzfähigkeit des Jungfraujochs und damit die Zukunft eines touristischen Leuchtturms der Jungfrau Region und der gesamten Schweiz.
  • Die V-Bahn bringt einen Rückgang des motorisierten Individualverkehrs, was zu einem Minderverkehr auf der Strasse führt. Die deutlich verbesserte Anbindung an den öV durch die Station Rothenegg bei der BOB erhöht die Attraktivität der Schiene überproportional. Die Verlagerung auf die Schiene ist zukunftsweisend.  
  • Die kürzeren Reisezeiten, die direkte öV-Anbindung, die neuen Anlagen, das neue Rollmaterial und der Terminal mit Geschäften bieten den Gästen mehr Qualität und Komfort. Damit bleibt die Region auch in Zukunft international konkurrenzfähig.
  • Durch die Entflechtung in Grindelwald Grund, Lauterbrunnen und auf der Kleinen Scheidegg wird die Qualität für Individualgäste gesteigert. Die Entflechtung der Verkehrsströme erhöht den Komfort für Aufenthaltsgäste und fördert die Attraktivität der Region als Feriendestination.  
  • Grindelwald und die Jungfrau Region behalten und steigern ihre Anziehungskraft als Wintersportdestination durch die kurze Füllzeit, spannende Talabfahrten und die direkte Bus-Verbindung zwischen den beiden Skigebieten.
  • Das Angebot Jungfraujoch bleibt konkurrenzfähig. Damit können der Wintersport in Grindelwald und Wengen gefördert und gleichzeitig die Existenz der Firstbahn gesichert werden.  

Werden die Parkplatzprobleme gelöst?

  • Die Verbesserung der Parkplatzsituation in Grindelwald Grund wird sichergestellt.
  • Das mit dem Neubau der beiden Seilbahnen zwingend verbundene neue Verkehrskonzept löst Jahrzehnte alte Innerortsprobleme und insbesondere unzumutbare Staus an Spitzentagen (Weitere Infos: Vgl. Resultate Korridorstudie Lütschinentäler unter Frage „Ist der Verkehr zu bewältigen?“)
  • Die Anbindung an den öV und die rasche Verbindung zwischen den zentralen Verkehrspunkten kann sichergestellt werden.

Was bringt die Anbindung an den öV?

  • Die neue Haltestelle Rothenegg mit der hohen Förderleistung der beiden Seilbahnen verändert grundsätzlich die Positionierung und Erreichbarkeit des Winter- und Sommersportgebietes.
  • Die neue Haltestelle Rothenegg erhöht massiv die Abnahmekapazität ab öV.
  • Damit kann der Konkurrenz und dem Verlust von Marktanteilen durch den Lötschberg-Basistunnel entgegengewirkt werden. Seit dessen Eröffnung hat das Wallis aufgrund der Reisezeitverkürzung einen markanten Gästezuwachs verzeichnet.
  • Durch die Anbindung der V-Bahn an den öV werden die Anreisezeiten ab den grossen Schweizer Städten und den Einzugsgebieten ins Skigebiet markant verkürzt.


(Weitere Infos: Vgl. Resultate Korridorstudie Lütschinentäler unter Frage „Ist der Verkehr zu bewältigen?“)

Bleibt die GGM eigenständig?

  • Die GGM kann aufgrund des gemeinsamen Projekts V-Bahn als eigenständige Unternehmung weiterhin existieren.
  • Das V-Bahn-Konzept ermöglicht den Nachweis der Wirtschaftlichkeit  der neuen Gondelbahn für die Finanzierungsinstitute und ist damit gemäss der schriftlichen Stellungnahmen der kontaktierten Bankinstitute Voraussetzung für den Neubau der Bahn.
  • Die Erhöhung der Attraktivität der Destination wird die Frequenzen der GGM nachhaltig positiv beeinflussen und damit zum langfristigen Bestand der Gesellschaft beitragen.
  • Als Teil des neuen Terminals erhält die GGM eine direkte Anbindung an die BOB und damit an den öV.
  • Die GGM wird in die neuen Verkehrslösungen Grindelwald und die Verbindung der Ski- und Wandergebiete eingebunden.
  • Die Betriebskosten können im Rahmen des neuen Trägerschaftsmodells optimiert werden. 

Warum eine 3S-Bahn und keine Pendelbahn? Was sind die Vorteile der 3-Seilbahntechnik?

Bei der Linienführung haben sich die Bahnen eingehend mit den verfügbaren Bahnsystemen und deren Einsatzgebiet auseinandergesetzt. Bei der Strecke Grindelwald Grund - Eigergletscher überragten die Vorteile der Drei-Seilbahntechnik (3S-Bahn) klar.
Eine Pendelbahn wurde aufgrund der nachfolgenden Punkte nicht im Detail weiter geprüft:

  • Pendelbahnen erfordern durch höhere Gehänge, grosse Kabinen und höhere Punktlasten auch mächtigere Bauwerke (höhere massivere Stützen und Stationen).
  • Die geforderte Förderleistung ist mit einer Pendelbahn dieser Länge nicht realisierbar. Die Förderleistung müsste so drastisch reduziert werden, dass sie die Anforderungen nicht mehr erfüllt. Dies gilt auch für eine Variante mit einer Mittelstation. Das Resultat wären 4 Stück 200er Kabinen und ein zusätzliches Gebäude mit entsprechendem landschaftlichem Eingriff, längere Fahrzeit und höhere Personal- und Betriebskosten.
  • Die Stützenstandorte blieben bei einem Pendelbahnsystem in der Lage unverändert (aufgrund Topografie, Naturgefahren). Zusätzlich wäre mindestens eine weitere Stütze bei der Talstation erforderlich, sofern das heute geplante Ausfahrtsniveau nicht deutlich angehoben werden könnte.
  • Die Seilspur der Pendelbahn ist breiter wegen der erforderlichen Querpendelung der Fahrzeuge, was die Bauweise der Stützen ebenfalls mächtiger macht.
  • Eine Pendelbahn kann keine stetige Förderung gewährleisten. Weiter ist die Förderleistung stark reduziert und ungenügend, was zu Warteschlangen und Pulkbildung führt. Die Pendelbahn bietet keine Sitzplätze. Damit können die angestrebte Qualitätsverbesserung im Sommer und Winter für die Gäste nicht erreicht und die Entflechtung der Kleinen Scheidegg nicht realisiert werden.

Vorteile 3-Bahn:

  • Das 3S-System verbindet alle Vorteile der Gondelbahn und der Pendelbahn und es können infolge der doppelten Tragseilführung grosse Spannfelder mit einer geringen Anzahl Stützen sehr windstabil überfahren werden. Dadurch müssen über die grossen Streckenlängen nur 7 Streckenstützen erstellt werden und die Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild sind minimal (keine Waldschneisen erforderlich).
  • Das 3S-System ist das einzige Seilbahnsystem, welches die gewünschten Transportbedürfnisse verbunden mit einem minimalen Eingriff in die Natur erfüllen kann.
  • Die 3S-Technik ist in der Anschaffung deutlich teurer als eine Pendelbahn. Die Vorteile in Bezug auf die reduzierten landschaftlichen Eingriffe und betrieblichen Bedürfnisse zeigen, dass diese höheren Kosten gerechtfertigt sind.

Welche Auswirkungen gibt es, wenn die V-Bahn nicht realisiert wird?

  • Ohne V-Projekt bleibt nicht alles wie bisher.
  • Die touristische Nachfrage wird sinken.
  • Ohne V-Projekt sind in Grindelwald zwischen 47 und 393 Arbeitsplätze gefährdet.
  • Das V-Projekt verliert als Gesamtes seine Verbindlichkeit, inklusive Infrastrukturvertrag mit der Gemeinde (Hochwasserschutz, Brücke, Parkhaus, Terminal, Station Rothenegg).
  • Der Infrastruktur-Fonds für nachhaltige Projekte zur Weiterentwicklung der Gemeinden Grindelwald und Lauterbrunnen mit einem jährlichen Beitrag von CHF 200'000.- kommt nicht zustande.
  • Die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM) hat keine wirtschaftliche Perspektive mehr. Unterstützung der öffentlichen Hand wird nötig.
  • Die GGM muss mit der Planung für ihre Zukunft bei Null anfangen.
  • Die Jungfraubahn Holding AG (JBH) wird sich nicht an der Aktienkapitalerhöhung bei der GGM beteiligen.
  • Es wird von 2016-2025 zu einem Abfluss des Vermögens an die Aktionäre der JBH von 70 bis 100 Millionen Franken kommen oder zu Investitionen in Projekte ausserhalb der Jungfrau Region.
  • Es werden keine Wintersport-Investitionen in die Gebiete Grindelwald-First und Kleine Scheidegg-Männlichen mehr getätigt.
  • Das Angebot im Wintersport wird an die abnehmenden Gästeeintritte angepasst.
  • Der Wintersport würde in eine separate Gesellschaft ausgelagert, dies mit Beteiligung der öffentlichen Hand.
  • Die Standortattraktivität von Grindelwald und der Jungfrau Region würde sinken.