Zwischenstopp mit Gaumenfreuden

Die Fahrt mit der historischen Schynige Platte-Bahn ist ein einmaliges Erlebnis für Gross und Klein. Was viele nicht wissen: Auf halber Strecke gibt es ein Gaumenhighlight der Extraklasse zu entdecken: der beste, hausgemachte Blechkuchen im Berner Oberland, eine sogenannte Fruchtwähe.

Im kleinen Bistro der Station Breitlauenen auf der Strecke Wilderswil–Schynige Platte fühlt man sich sofort geborgen. Mit viel Liebe und einem Auge fürs Detail hat Christin Gafner das schmucke Café umgestaltet. Die karierten Tischtücher hat sie selber genäht. «Hier soll es so heimelig sein wie bei Oma zuhause», erklärt die Mitarbeiterin der Jungfraubahnen.

«Ich hätte mir nie träumen lassen, dass mein Kuchen so bekannt wird.»

Vom Pflegebett zur backenden Bahnhofsvorsteherin

Im Jahr 2013 hat Christin Gafner ihren Job als Pflegefachfrau an den Nagel gehängt und sich ihren Traum verwirklicht: Sie wurde Bahnhofsvorsteherin der Station Breitlauenen der Schynige Platte-Bahn. «Die entzückende Bahn, die Aussicht auf Interlaken und die türkis glitzernden Seen – mich verzaubert dieser Ort immer wieder.» Die Zugabfertigung, ihre Hauptaufgabe, funktioniert bei der Zahnradbahn aus dem 19. Jahrhundert noch manuell. Stellt sie nicht gerade Weichen, verkauft Christin Gafner Fahrkarten, bedient und führt das stationseigene Bistro. 

Testesser und Stammkunden

Neben Getränken und Käseplatten wollte Christin Gafner ihren Gästen noch etwas anderes anbieten. «Da ich leidenschaftlich gerne backe, dachte ich mir, ich könnte mal eine selbstgemachte Wähe mitbringen», erinnert sich die dreifache Mutter. Ihre Arbeitskollegen, die damaligen Testesser, waren vom ersten Bissen weg begeistert und schwärmten bei den Fahrgästen von der schmackhaften Wähe. So kamen nach und nach immer mehr Geniesser auf Kaffee und Kuchen bei der Station Breitlauenen vorbei. Über die Jahre hinweg hat sich sogar eine Stammkundschaft gebildet, die explizit zum Kuchenessen hochkommt. 

Die Rezeptur bleibt geheim

Das Rezept ihrer Wähen gibt Christin Gafner nicht preis. «Über viele Jahre hinweg habe ich getüftelt, ausprobiert und verfeinert. Das Rezept bleibt darum mein Geheimnis», hält die Wilderswilerin mit einem Schmunzeln auf den Lippen fest. Das einzige, was sie sich entlocken lässt: Aprikosen, Äpfel, Birnen oder Zwetschgen – für ihre Fruchtwähen verwendet sie ausschliesslich saisonale Schweizer Früchte. Und die Eier für den Guss erhält sie von einem Lokführer der Bahn, der eigene Hühner hat.

Wer zu spät kommt, verpasst den Kuchen

Vom fabelhaften Geschmack des Kuchens kann sich jeder überzeugen. Aber Langschläfer, aufgepasst: An geschäftigen Tagen ist bereits schon nach der Mittagszeit der letzte Krümel vollends weggeputzt. Verzagen braucht man deshalb aber nicht. Denn schon am nächsten Tag fährt die Kuchenbäckerin mit einem frischen Blech ihrer berühmten Fruchtwähe hoch zur Station Breitlauenen. 

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