Fragen & Antworten

  • Zerstört der Eigerexpress die Silhouette der Eigernordwand?

    Gutachten Eidg. Natur- und Heimatschutzkommission

    Die landschaftliche Beeinträchtigung des Projekts kann unter Einhaltung von gewissen Rahmenbedingungen als gering bezeichnet werden. Zu diesem Schluss kommt in ihren Gutachten vom 21. Juli 2014 und 26. Januar 2017 insgesamt auch die ENHK. Das BAFU als zuständige Umweltschutzfachstelle ist nach Vorliegen der entsprechenden Visualisierungen ebenfalls zu dieser Beurteilung gekommen (Stellungnahme BAFU vom 31. August 2017). Gestützt auf die Beurteilung der ENHK im Nahbereich der Eigernordwand sind Massnahmen zur Minderung des landschaftlichen Eingriffs zu treffen. Das Ziel dieser Massnahmen ist den Eingriff möglichst klein zu halten und mit einer Ersatzmassnahme vor Ort einen Ausgleich zu schaffen. Dazu wurden diverse Abklärungen getroffen, u.a. die Stützenanzahl und deren Höhe durch einen unabhängigen Seilbahnsachverständigen überprüft.


    Die Berichtverfasser kommen zum Schluss, dass die Realisierung des V-Bahn-Projekts mit den dazu gehörenden Nebenanlagen aufgrund der ins Projekt integrierten und den bereits getroffenen Massnahmen ohne allzu einschneidende Auswirkungen auf die Umwelt erfolgen kann.
    Ein umfangreiches Massnahmenkonzept zeigt Möglichkeiten auf, wie die Eingriffe gemildert und mittelfristig aufgefangen werden können. In Absprache mit den Fachstellen von Bund und Kanton wurde das Ersatzmassnahmenkonzept zu den Eingriffen in Biotope und den landschaftlichen Eingriff am Fusse der Eigernordwand als separates Dokument erarbeitet.


    Die Bauherrschaft hat zur Begleitung der Bauarbeiten und Umsetzung der Massnahmen Martin Lutz (dipl. Ing. agr. ETH / Dr. phil. Nat Oeko Beratungen und Trockenmauer) als ökologisch ausgebildete Fachperson zur Umwelt- und bodenkundlichen Baubegleitung beauftragt.

    Seilbahntechnisches Gutachten

    Die Bauherrschaft ist der Forderung seitens BAFU, der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz, sowie Pro Natura und der Scheidegg Hotels AG im Frühjahr 2017 nachgekommen und hat ein seilbahntechnisches Gutachten zur Überprüfung des gewählten Seilbahnsystems auf der Linie des Eigerexpress und der technischen Möglichkeiten einer weiteren geknickten Linienführung in Auftrag gegeben.

    Eigerexpress – Direkte, Ein-Knick und Zwei-Knick-Variante

    Im Seilbahntechnischen Gutachten von Hili Manz wird Folgendes festgehalten: “Selbst wenn man die massiven Mehraufwendungen ausser Acht lassen und nur die Aspekte des Landschaftsschutzes mit der Direkten Linie vergleichen würde, erscheinen beide Knickvarianten, vor allem die Zwei-Knick-Variante, als kontraproduktiv. […] Die Wahl des Bahnsystems und die geplante Linienführung sind als optimal einzustufen.»

    Optimierungsmöglichkeiten gemäss Gutachten

    Im Gutachten äussert sich der Verfasser folgendermassen zu Optimierungsmöglichkeiten: «Das Projekt wurde offensichtlich über Jahre hinweg in sehr vielen Belangen, auch in Bezug auf den Landschaftsschutz, optimiert. Nach Abschluss meiner zur Abfassung dieses Gutachtens notwendigen Studie der Varianten, sehe ich aber noch zwei Optimierungsmöglichkeiten, um dem Anliegen des Schweizerischen Landschaftsschutzes, vertreten durch Herrn Rodewald, Rechnung zu tragen:»

    a)    Optimierung Standort Stützen 6 & 7:

    Die Stützen 6 und 7 könnten aus Sicht von Hili Manz noch 1.5m bis 2m weniger hoch ausgebildet werden. Die Stütze 7 könnte dabei in Längsrichtung leicht talwärts geschoben werden. Daraus würde die Seillinie etwas abgesenkt werden und die Stützen würden ein wenig filigraner ausfallen. Limitiert ist diese Absenkung laut Manz durch den minimal einzuhaltenden Bodenabstand bei maximaler Schneehöhe. Mit zu berücksichtigen sei, dass laut Herr Brawand die Zugänglichkeit zu Stütze 7 mit einer Pistenmaschine nicht möglich ist, somit die Schneehöhe dort nicht reduziert werden kann. Dieser Umstand sei als limitierender Faktor in Bezug auf die Reduktion der Stützenhöhen zu sehen.

    Stellungnahme Bauherrschaft:

    Die Bauherrschaft hat die Optimierungsmöglichkeit in der Projektplanung umgesetzt. Die Stütze 6 wird in der Höhe um 2,5 Meter auf neu 20,5 Meter und die Stütze 7 um 5,5 Meter auf neu 29,5 Meter reduziert. Die Stütze 7 wird zudem um eine Stützenbreite (17,9 Meter) talwärts verschoben (Abb. 2 «Visualisierung Stützen 6 & 7, Vergleich Höhe und Standort alt-neu»). Diese Projektänderung wurde beim Bundesamt für Verkehr (BAV) mit einem Projektänderungsgesuch vom 31. Oktober 2017 für die Behandlung im Rahmen des laufenden Plangenehmigungs-Verfahrens eingereicht.

    b) Gestaltung der Kabinen in dezenten Farben:

    Das Gestalten der Kabinen in dezenten Farben. Wenig Aufwand mit relativ grossem Ertrag. Hili Manz mach folgende Bemerkung zu den Stützen: «Feuerverzinkte Fachwerkstützen zeigen sich in der Praxis als sehr gute Lösung in Bezug auf Unauffälligkeit: Durch eine sich natürlich bildende Patina geht der Glanz verloren. Die `Sichtbarkeit` solcher Stützen nimmt in den ersten paar Jahren massiv ab.»

    Stellungnahme Bauherrschaft:

    Die Kabinen der 3S-Bahn, 28 TGD «Eigerexpress», werden dezent gestaltet. Die Bauherrschaft hat die Änderung bereits vorgenommen und wird den Aussenanstrich mit einem matten Anthrazit-Farbton realisieren und nicht mehr, wie im Auflageprojekt vorgesehen, mit rot.


    c)    Irreversibilität:

    Hili Manz äussert sich wie folgt zur Irreversibilität des Eingriffs: «Bei einer Seilbahn ist von einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von 30 – 50 Jahren auszugehen (Mechanik – Infrastruktur). Eine Seilbahn kann danach, wenn die Berechtigung für den Betrieb nicht mehr gegeben sein sollte, rückgebaut werden. Der Rückbau der Direkten Variante wäre dabei zweifelsfrei viel einfacher als bei der Ein-Knick oder gar bei der Zwei-Knick-Variante.»

  • Wie wird die Verkehrsituation optimiert?

    Nebst einer deutlichen Reduktion der Anreisezeit beinhaltet das Projekt V-Bahn auch eine massgeschneiderte Betriebs-Anpassung der Berner Oberland-Bahn (BOB), Wengernalbpbahn (WAB) und Jungfraubahn (JB) an die Nachfrage und den Stand der Technik.

    Der direkte Anschluss der V-Bahn an den öV und die Kapazitätserhöhung durch das neue Rollmaterial bei der Berner Oberland-Bahn (Talbahn auf der Zubringer-strecke von Interlaken Ost nach Grindelwald) erhöhen die Attraktivität der Bahn und sorgen für eine Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene.

    Mit der Realisierung des Projekts V-Bahn, insbesondere mit der Inbetriebnahme der 3S-Bahn «Eigerexpress» werden zentrale Knotenpunkte entflechtet und langjährige Verkehrs- und Parkplatzprobleme gelöst. Dafür sorgen mitunter ein neues Parkhaus sowie ein stets aktuelles Parkleitsystem mit Echtzeitinfo. Ein Kundeninformationssystem in allen Bahnen ermöglicht eine gezielte Besucherlenkung.

    Die neue Bahn «Eigerexpress» ist eine Massnahme, um die Qualität zu steigern, die aktuellen Engpässe zu verbessern und die Besucherströme besser zu verteilen. Ein Sitzplatzreservationssystem stellt die Umsetzung sicher.

    Durch die V-Bahn wird ein direkter Anschluss der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen (GGM) und des Eigerexpress an den öffentlichen Verkehr (öV) geschaffen. Dies mittels neuer Station Rothenegg bei der Berner Oberland-Bahn mit direktem Zugang zum Terminal der beiden geplanten Bahnen.

    Am Terminal Grund verfügt die 3S-Bahn nebst dem Anschluss an den öffentlichen Verkehr zusätzlich über einen direkten Zugang zu einem Parkhaus mit rund 1000 Parkplätzen.

  • Was bringt das Projekt Grindelwald und der gesamten Jungfrau Region?

    • Das Projekt bietet eine Qualitätssteigerung für den Gast. Massgebend dafür sind die Modernisierung der WAB sowie die neue 3S-Bahn und die moderne 10er-Gondelbahn der GGM ab einem gemeinsamen Terminal in Grindelwald Grund.
    • Die neuen Bahnen erhöhen die Aufmerksamkeit im internationalen Wettbewerb und führen ganzjährig zur Akquirierung neuer Gäste.
    • Das Projekt schafft einen Terminal mit Geschäften und direktem öV-Anschluss. Dieser Terminal wird gebildet von der neuen Haltestelle Rothenegg der BOB zusammen mit den Talstationen für die Achtergondelbahn auf den Männlichen und der 3S-Bahn zum Eigergletscher. Im Terminal sind diverse Shops, ein Sportgeschäft, Bar, Kiosk und Foodcorner vorgesehen. Weiter gibt es einen Materialservice und Einstellmöglichkeiten für Skimaterial mit rund 2'000 Depots. Die Geschäfte schaffen neue Arbeitsplätze.
    • Die kürzere Reisezeit und der direkte öV-Anschluss ermöglichen es, den Ausflug zum Jungfraujoch mit weiteren Ausflugszielen wie First, Schynige Platte oder Harder Kulm zu kombinieren.
    • Durch die bessere öV-Erschliessung gewinnen Grindelwald, Wengen und die gesamte Jungfrau Region an Attraktivität für Tages- und Aufenthaltsgäste im Sommer und im Winter.
    • Die Realisierung der neuen Bahnen schafft neue Produkte, steigert das Gästeaufkommen und sorgt für einen erhöhten Bekanntheitsgrad. Dadurch werden die Ferienorte im Sommer und Winter gestärkt, allen voran die Hotellerie, Parahotellerie und das Gewerbe.
    • Die langfristige Konkurrenzfähigkeit und Attraktivität als Wintersportdestination können gesteigert werden. Die neuen Bahnen gewährleisten eine Füllzeit des Skigebiets nach internationalem Standard. Die Nutzung der beschneiten Talpisten zur Beschäftigung wird dank der wegfallenden Wartezeiten und des raschen Rücktransports auf den Berg für die Wintersportler attraktiv.
    • Wengen wird durch das neue Rollmaterial der WAB und den Wengen Shuttle besser erschlossen und gewinnt damit für Feriengäste und Einheimische an Attraktivität.
    • Die Rundreise mit der längsten zusammenhängenden Zahnradbahn der Welt bleibt erhalten. Durch die Anschaffung von neuen Panoramazügen bei der WAB wird diese noch attraktiver.
    • Von März 2013 bis März 2014 führte die externe Firma Z-Analyse eine Marktforschung mit Schwerpunkt Jungfraujoch durch. Laut Studie übernachten 68% aller Jochgäste in der Jungfrau Region. Zieht man bei der Basisgrösse die Schweizer Touristen ab (vornehmlich Tagesausflügler), so erreicht die regionale Übernachtungsquote sogar 80%.
  • Welche Wertschöpfung bringt das Projekt?

    Der vom Kanton Bern in Auftrag gegebene Schlussbericht von Ecoplan zu den "Volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts V-Bahn auf den Kanton Bern" zeigt, dass das Projekt für die Jungfrau Region und vor allem für Grindelwald eine grosse volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Sowohl in der Bauphase als auch in der Betriebsphase sind deutlich positive Auswirkungen auf Beschäftigung und Wertschöpfung zu erwarten.

    Grindelwald und Jungfrau Region

    Bauphase:

    • Das Projekt schafft ein beträchtliches Auftragspotenzial für die regionale Baubranche. Die Region und insbesondere Grindelwald können mit einem Auftragspotenzial von insgesamt CHF 57 Mio. rechnen. Pro Jahr entsteht in Grindelwald während der dreijährigen Bauphase eine Wertschöpfung von 7 Millionen Franken. Das Projekt schafft oder sichert während dieser Zeit 61 Vollzeitstellen. Auch das lokale Gewerbe profitiert. Durch den Aufenthalt auswärtiger Bauarbeiter entsteht eine zusätzliche Nachfrage in der Gastronomie und Hotellerie.

    Betriebsphase:

    • Mit dem Projekt können in Grindelwald zwischen 182 und 592 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden. Der Wertschöpfungseffekt bewegt sich zwischen 30 und 67 Mio. Franken. Das Projekt generiert total jährlich wiederkehrende Steuereinnahmen von 11 bis 14,6 Mio. Franken. Von diesen bleiben rund CHF 1,7 bis 2,5 Mio. in der Gemeinde Grindelwald und rund CHF 1 Mio. in der restlichen Jungfrau Region.

    Gesamter Kanton Bern

    Im ganzen Kanton Bern werden zwischen 342 und 776 neue Arbeitsstellen geschaffen und eine Wertschöpfung von 53 bis 105 Millionen Franken generiert. Das Projekt bringt beträchtliche zusätzliche, jährlich wiederkehrende Steuereinnahmen zwischen 11 bis 14,6 Mio. Franken. Von diesen Einnahmen bleiben 6,8 bis 9,8 Mio. im Kanton Bern (Kanton und Gemeinden).

    Zentrale Aussagen:

    • Das Projekt V-Bahn ist ein wesentlicher Bestandteil, damit sich Grindelwald und die gesamte Region als Premium-Destination positionieren können. Es wird in Sachen Destinationsentwicklung einen wichtigen Anfangsimpuls geben, bewirkt sie aber nicht alleine. Dazu ist ein koordiniertes und aktives Vorgehen aller im Tourismus beteiligter Personen und Unternehmen nötig.
    • Der Sight-Seeing Tourismus auf das Jungfraujoch bildet eine wichtige Stütze für den Tourismus in der gesamten Jungfrau Region. Eine Umfrage mit Reiseveranstaltern hat gezeigt, dass bei 7 von 10 Reiseveranstaltern mehr als 80% aller Kunden vor allem wegen des Jungfraujochs in die Region reisen. Bei den asiatischen Reiseveranstaltern ist dies bei 9 von 10 der Fall.
    • Durch das Projekt ist aufgrund der zusätzlichen Jochgäste mit erhöhtem Busverkehr zu rechnen. Insbesondere Tagesgäste im Winter, aber zunehmend auch Jochgäste werden für Mehrverkehr auf der Bahn sorgen. Durch den Rückgang des motorisierten Individualverkehrs kommt es zu einem Minderverkehr auf der Strasse. Die deutlich verbesserte Anbindung an den öV durch die neue Station Rothenegg bei der BOB erhöht die Attraktivität der Schiene überproportional.

     

  • Kann das lokale Gewerbe profitieren?

    • Die Stärkung der Konkurrenzfähigkeit als Winter- und Sommergebiete sowie des "Top of Europe" sichern und erhöhen die Geschäftsmöglichkeiten in Grindelwald.
    • Grindelwald wird dank seiner neuen Bahnen deutlich an Standortattraktivität gewinnen.
    • Der neue Terminal bietet neue Geschäftsflächen im Rahmen der Dienstleistungskette direkt am Kundenstrom.
  • Wie sieht die Zukunft der WAB aus?

    • Die WAB ist ein wichtiger Bestandteil des Gesamtprojekts. Um den Erhalt der WAB vertraglich zu regeln, wurden mit der Bergschaft Wärgistal folgende Bedingungen festgehalten: 365-Tage-Betrieb, welcher in den Grundzügen den heutigen ½-Stunden-Taktfahrplan und Stundentakt in der Zwischensaison abbildet. Der Anschluss für den Betrieb der WAB ab/bis Grindelwald-Dorf, mit Anschluss an die BOB. Zur rechtlichen Absicherung gilt das Überfahrtsrecht für die 3S-Bahn nur, wenn die WAB einen fahrplanmässigen Verkehr zwischen Grindelwald Bahnhof und Kleine Scheidegg aufrechterhält.
    • Für die Entschädigung der Überfahrrechte erhält die Bergschaft jährlich einen Betrag von 250'000 (zusätzlich zu der bisherigen Entschädigung für Wintersport von rund 120'000).
    • Der Skipass ist zuschlagsfrei und uneingeschränkt gültig auf der Zahnradbahn
    • Schlitten-/Abendfahrten: Die Parteien stimmen Schlitten-/ Abendfahrten sowie die Öffnungszeiten der Bergrestaurants Alpiglen und Brandegg aufeinander ab. Dieses Angebot wird solange beibehalten, als hierfür eine genügende Nachfrage besteht.
    • Mit den Investitionen in die V-Bahn werden der Ganzjahresbetrieb geschützt sowie die GGM und die WAB erhalten.
    • Mit den Rollmaterialerneuerungen bei der WAB und der Jungfraubahn wird die Qualität gesteigert, Stehplätze fallen weg. Wengen wird besser erschlossen und mit dem Wengen-Shuttle für Feriengäste attraktiver.
    • Sechs neue Panozüge sind auf der Strecke Lauterbrunnen-Kleine Scheidegg seit Juni 2015 im Einsatz. Während der Hauptsaison verkehrt die WAB im Halbstundentakt. Auf der Seite Grindelwald beträgt die Förderleistung mit drei Zügen 300 Personen/h, auf der Wengenseite verkehren vier Züge mit einer Förderleistung von 760 Personen/h. Der Güterverkehr nach Brandegg, Alpiglen und Kleine Scheidegg läuft über die WAB.
    • Der Eigerexpress erlaubt es, Grindelwald Grund und die Kleine Scheidegg zu entflechten. Durch die Neupositionierung wird die Kleine Scheidegg attraktiver für Ausflugsgäste und Wanderer und die WAB fungiert als qualitativ attraktives Transportmittel.
  • Wie sieht das Betriebskonzept aus?

    Durch die V-Bahn und die Haltestelle Rothenegg wird die Reisezeit für die Fahrgäste verkürzt. Die BOB, WAB und JB sind optimal an die Nachfrage und den Stand der Technik angepasst. Das Betriebskonzept V-Bahn zeigt auf, wie die künftigen Personenflüsse und Gütertransporte abgewickelt werden.

    Das Betriebskonzept stellt optimale Anschlüsse zwischen der BOB, der V-Bahn, der WAB und der JB sicher. ¼-stündige Fahrplan-Zeitfenster bei der V-Bahn gewährleisten ein schlankes Umsteigen zwischen Seilbahnen und Zügen. Dank der V-Bahn, der Station Rothenegg und JB Premium werden die Reisezeiten innerhalb der Jungfrau Region deutlich verkürzt.

    Die Berner Oberland-Bahn verkehrt während des ganzen Jahres im Halbstundentakt und transportiert Richtung Grindelwald rund 900 und nach Lauterbrunnen rund 580 Reisende (Sitzplätze) pro Stunde.

    Während der Hauptsaison verkehrt die WAB im Halbstundentakt. Auf der Seite Grindelwald beträgt die Förderleistung mit drei Zügen 300 Personen/h, auf der Wengenseite verkehren vier Züge mit einer Förderleistung von 760 Personen/h. Der Güterverkehr nach Brandegg, Alpiglen und Kleine Scheidegg läuft über die WAB.

    Das Angebot der JB bleibt saisonal differenziert. Der Takt ist abhängig vom Angebot der Zubringerbahnen. Ist der Eigerexpress in Betrieb, verkehren die Züge zwischen Eigergletscher und Jungfraujoch im Halbstundentakt. Ab Kleine Scheidegg wird der Takt der Nachfrage angepasst. Zur Vermeidung von Stehplätzen wurde die Kapazität von 888 auf 1180 Personen pro Stunde (Jungfraujoch an) erhöht. Zwei Züge pendeln im 60 Minuten-Umlauf zwischen Eigergletscher und Jungfraujoch, drei Züge im 90 Minuten-Umlauf zwischen Kleine Scheidegg und Jungfraujoch. Die Fahrzeitreduktion von 30 Minuten ab Lauterbrunnen und um mehr als eine Stunde ab Grindelwald ermöglichst einen längeren Aufenthalt auf dem Jungfraujoch und eine optimale Gästeverteilung.

    Der Eigerexpress bringt die Passagiere in 15 Minuten zum Eigergletscher. Die kurze Fahrzeit macht die Talabfahrten im Winter zu Beschäftigungsanlagen und ermöglicht eine deutliche Verkürzung der Reisezeit zum Jungfraujoch. Der Gütertransport nach Eigergletscher und Jungfraujoch wird grösstenteils über die 3S-Bahn abgewickelt

    Mit der neuen 10er-Gondelbahn Grindelwald-Männlichen wird die Fahrzeit von 30 auf 19 Minuten reduziert. Der Gütertransport erfolgt in handelsüblichen Gitterwagen in den Gondeln oder auf Euro-Paletten in den Lastbarellen.

    Der Terminal der V-Bahn ist mit der Haltestelle Rothenegg an den öffentlichen Verkehr öV angeschlossen. Im Terminal befinden sich verschiedene Geschäfte, Gastronomie und Skidepots. Für Gruppen und Individualgäste gibt es separate Zugänge. Bei der 3S-Bahn wird zusätzlich entflechtet zwischen Individualreisenden zum Jungfraujoch und solchen nur bis Eigergletscher.

  • Welche Anreize werden für Feriengäste geschaffen?

    • Die WAB in Grindelwald Grund wird von sämtlichen Reisegruppen entflechtet.
    • Die Gruppen steigen bereits in Grindelwald Dorf in die WAB ein oder fahren mit dem Eigerexpress. Im Grund steigen bei der WAB nur noch Individualgäste zu.
    • Ziel ist es, internationale Sightseeing Touristen zu Aufenthaltsgästen zu machen. Dank der verkürzten Reisezeit aufs Jungfraujoch haben diese genügend Zeit, um einen weiteren Erlebnisberg wie die First zu besuchen. Sie bleiben damit insgesamt länger in der Region.
    • Der Aufenthaltsgast in Grindelwald findet attraktive Sitzplätze in der WAB und wird bei der Station Grund nicht mehr "überschwemmt". Der Komfort der Berg- und Talfahrt wird für ihn gesteigert.
    • Der Aufenthaltsgast hat am Bahnhof die Wahl zwischen dem Einstieg in die WAB oder der Fahrt mit der BOB zur Haltestelle Rothenegg/Terminal.
    • Der neue Busterminal Firstbahn in Grindelwald Grund bietet eine direkte Busverbindung zwischen dem Terminal Grund und der Firstbahn. Durch die direkte Skigebietsverbindung erlebt der Feriengast eine deutliche Qualitätssteigerung.
    • Durch die 3S-Bahn kann der Transport ins Skigebiet Kleine Scheidegg und zum Jungfraujoch auch bei schwierigen Wetterverhältnissen wie Lawinengefahr gewährleistet werden. Damit können gewisse wetterbedingte Betriebsunterbrüche bei der WAB abgefangen werden. Der Feriengast kann den geplanten Skitag/Ausflug sicher durchführen.
    • Die Anbindung beliebter Wanderrouten wird deutlich verbessert und die Begehungsmöglichkeiten werden erhöht.
    • Die Kleine Scheidegg wird entlastet von Reisenden aufs Jungfraujoch und dadurch attraktiver für Ausflugsgäste und Wanderer.
  • Was bringt die V-Bahn für die Zukunft?

    • Mit dem Projekt V-Bahn werden Perspektiven für die nächsten Generationen der gesamten Jungfrau Region geschaffen.
    • Die V-Bahn sichert die Konkurrenzfähigkeit des Jungfraujochs und damit die Zukunft eines touristischen Leuchtturms der Jungfrau Region und der gesamten Schweiz.
    • Die V-Bahn bringt einen Rückgang des motorisierten Individualverkehrs, was zu einem Minderverkehr auf der Strasse führt. Die deutlich verbesserte Anbindung an den öV durch die Station Rothenegg bei der BOB erhöht die Attraktivität der Schiene überproportional. Die Verlagerung auf die Schiene ist zukunftsweisend.
    • Die kürzeren Reisezeiten, die direkte öV-Anbindung, die neuen Anlagen, das neue Rollmaterial und der Terminal mit Geschäften bieten den Gästen mehr Qualität und Komfort. Damit bleibt die Region auch in Zukunft international konkurrenzfähig.
    • Durch die Entflechtung in Grindelwald Grund, Lauterbrunnen und auf der Kleinen Scheidegg wird die Qualität für Individualgäste gesteigert. Die Entflechtung der Verkehrsströme erhöht den Komfort für Aufenthaltsgäste und fördert die Attraktivität der Region als Feriendestination.
    • Grindelwald und die Jungfrau Region behalten und steigern ihre Anziehungskraft als Wintersportdestination durch die kurze Füllzeit, spannende Talabfahrten und die direkte Bus-Verbindung zwischen den beiden Skigebieten.
    • Das Angebot Jungfraujoch bleibt konkurrenzfähig. Damit können der Wintersport in Grindelwald und Wengen gefördert und gleichzeitig die Existenz der Firstbahn gesichert werden.
  • Werden die Parkplatzprobleme gelöst?

    • Der direkte Anschluss der V-Bahn an den öV und die Kapazitätserhöhung durch das neue Rollmaterial bei der Berner Oberland-Bahn erhöhen die Attraktivität der Bahn und sorgen für eine Verkehrsverlagerung von der Strasse auf die Schiene. Die rasche Verbindung zwischen den zentralen Verkehrspunkten kann sichergestellt werden. Dies mittels neuer Station Rothenegg bei der Berner Oberland-Bahn mit direktem Zugang zum Terminal der beiden geplanten Bahnen.
    • Mit der Realisierung des Projekts V-Bahn, insbesondere mit der Inbetriebnahme der 3S-Bahn «Eigerexpress» werden zentrale Knotenpunkte entflechtet und langjährige Verkehrs- und Parkplatzprobleme gelöst. Dafür sorgen mitunter ein neues Parkhaus sowie ein stets aktuelles Parkleitsystem mit Echtzeitinfo. Am Terminal Grund verfügt die 3S-Bahn über einen direkten Zugang zu einem Parkhaus mit rund 1000 Parkplätzen.
  • Was bringt die Anbindung an den öV?

    • Die neue Haltestelle Rothenegg mit der hohen Förderleistung der beiden Seilbahnen verändert grundsätzlich die Positionierung und Erreichbarkeit des Winter- und Sommersportgebietes.
    • Die neue Haltestelle Rothenegg erhöht massiv die Abnahmekapazität ab öV.
    • Damit kann der Konkurrenz und dem Verlust von Marktanteilen durch den Lötschberg-Basistunnel entgegengewirkt werden. Seit dessen Eröffnung hat das Wallis aufgrund der Reisezeitverkürzung einen markanten Gästezuwachs verzeichnet.
    • Durch die Anbindung der V-Bahn an den öV werden die Anreisezeiten ab den grossen Schweizer Städten und den Einzugsgebieten ins Skigebiet markant verkürzt.
  • Warum eine 3S-Bahn? Was sind die Vorteile der 3-Seilbahntechnik?

    Bei der Linienführung haben sich die Bahnen eingehend mit den verfügbaren Bahnsystemen und deren Einsatzgebiet auseinandergesetzt. Bei der Strecke Grindelwald Grund - Eigergletscher überragten die Vorteile der Drei-Seilbahntechnik (3S-Bahn) klar.

    • Das 3S-System verbindet alle Vorteile der Gondelbahn und der Pendelbahn und es können infolge der doppelten Tragseilführung grosse Spannfelder mit einer geringen Anzahl Stützen sehr windstabil überfahren werden. Dadurch müssen über die grossen Streckenlängen nur 7 Streckenstützen erstellt werden und die Eingriffe in die Natur und das Landschaftsbild sind minimal (keine Waldschneisen erforderlich).
    • Das 3S-System ist das einzige Seilbahnsystem, welches die gewünschten Transportbedürfnisse verbunden mit einem minimalen Eingriff in die Natur erfüllen kann.
    • Die 3S-Technik ist in der Anschaffung deutlich teurer als eine Pendelbahn. Die Vorteile in Bezug auf die reduzierten landschaftlichen Eingriffe und betrieblichen Bedürfnisse zeigen, dass diese höheren Kosten gerechtfertigt sind.