Zu Beginn der eigentlichen Mitwirkungsauflage wurde am 26. Juni 2025 im Sportzentrum eine öffentliche Informationsveranstaltung durchgeführt, an welcher über 400 Personen teilnahmen. Zusätzlich gab es im Juli 2025 weitere Informationsveranstaltungen an einigen Abenden während der Woche sowie an mehreren Samstagmorgen.
Die Unterlagen für die öffentliche Mitwirkung zum «Ersatz Firstbahn» lagen vom 19. Juni bis zum 18. August 2025 in der Gemeindeverwaltung auf und konnten auf der Webseite der Gemeinde eingesehen werden. Innerhalb der Frist gingen insgesamt 90 Eingaben bei der Gemeindeverwaltung Grindelwald ein. Die über 800 Anträge wurden kategorisiert und mit einer Stellungnahme des Gemeinderats ergänzt, zusammengefasst nach Themen. Das spezifische Fachwissen der Jungfraubahnen floss in die Antworten ebenfalls ein.
Mitwirkende und Themen
Die Mitwirkenden lassen sich in folgende Kategorien unterteilen: 76 Mitwirkungseingaben stammen von Privatpersonen oder juristischen Personen. 14 Mitwirkungseingaben gingen von politischen Parteien, Vereinen und Verbänden ein. Eingaben wurden unter anderem zum Verfahren, zur Kapazität und Linienführung der neuen Firstbahn, zu den einzelnen Stationen, den Adventure-Anlagen sowie zum Bachalpsee gemacht.
Ein grosser Teil der Mitwirkungseingaben betraf den Verkehr. Dabei gab es sowohl konkrete Rückmeldungen zur vorliegenden Planung des Ersatzes der Firstbahn, wie auch allgemeine, über die Planung hinausgehende Fragen, Anliegen und Vorschläge. Ein Fazit daraus ist, dass in einem separaten Dialog-Verfahren unter der Federführung der Gemeinde die ganze Verkehrssituation in Grindelwald sowie die Zu-, Wegfahrt und Parkierung generell behandelt wird – insbesondere auch rund um eine erneuerte Firstbahn. Daraus soll das «Gesamtverkehrskonzept Grindelwald» entstehen.
Der nun vorliegende Mitwirkungsbericht stellt eine Bestandesaufnahme der Interessen und Anliegen der Grindelwalder Bevölkerung und weiterer Interessengruppierungen dar. Die Themen der Eingaben werden für die kommenden Planungsschritte als Grundlage berücksichtigt.
Verzicht Sesselbahn Isch
Ein weiteres Resultat der Mitwirkung ist, dass die Idee der Rückführung der Wintersporttreibenden mit einer neuen Sesselbahn Isch-Bodmi ab der Talpiste Grindel via Bodmi zum Bahnhof und damit dem Standort der neuen Talstation der Firstbahn nicht mehr weiterverfolgt wird. Zu diesem Schluss kamen die Verantwortlichen der Firstbahn auf Basis der zu erwartenden Klimaerwärmung und in Absprache mit den Verantwortlichen der Gemeinde nach vertieften Abklärungen. Dabei zeigte sich, dass die Qualität der Rückführung und insbesondere die Verbindung «heutiges Pistenende Schy-bersboden bis zur neuen Talstation» nicht attraktiv und sinnvoll gelöst werden können.
Eine alternative Rückführung ab Stählisboden nach Bort oder Schreckfeld wurde mitunter auch im Rahmen der Linienführung für den Neubau der Firstbahn geprüft und würde weder ökologisch noch ökonomisch Sinn machen. Somit bleibt analog zu heute auch weiterhin eine attraktive Skibus-Verbindung ab Stählisboden zum Bahnhof essenziell. Alternativ dazu werden einige Gäste auch weiterhin die Ski-Abfahrt bis Bort nehmen und direkt mit der Gondelbahn zurück ins Tal fahren.
Weiteres Vorgehen
Nach Anpassung der Planungsunterlagen durch Punkte aus der Mitwirkung sowie aus dem parallel verlaufenden, qualitätssichernden Verfahren mit Fokus auf Ortsbild, Gebäudevolumen und Gestaltungsgrundsätze erfolgt die kantonale Vorprüfung beim Amt für Gemeinden und Raumplanung (AGR). Danach folgen die öffentliche Auflage und zuletzt die Beschlussfassung durch die Stimmberechtigten der Gemeinde Grindelwald an der Gemeindeversammlung.
Die Ergebnisse aus dem parallel dazu laufenden Verkehrs-Dialog, welche in ein «Gesamtverkehrskonzept Grindelwald» einfliessen, werden in der Planung Ersatz Firstbahn berücksichtigt.
Link Gemeinde Grindelwald - Mitwirkungsbericht: https://www.gemeinde-grindelwald.ch/mitwirkung-firstbahn/
Sommerbetrieb Sesselbahn Oberjoch in Prüfung Unabhängig von der Erneuerung der Firstbahn prüft das Unternehmen schon seit einiger Zeit die Möglichkeit eines Sommerbetriebs für die Sesselbahn Oberjoch (Berg- und Talfahrt, keine neuen Wanderwege). Damit könnten die bestehenden Adventure-Angebote entlastet werden. Ziel ist es, die bestehende Nachfrage bei den Freizeitanlagen der Firstbahn innerhalb eines klar definierten Perimeters besser aufzuteilen. Durch die Nutzung der bereits vorhandenen Infrastruktur und eine optimierte Gästelenkung sollen Wartezeiten verkürzt sowie eine ausgewogenere Verteilung der Gäste im Gebiet Schreckfeld–First erreicht werden. |