Die Konzession der Firstbahn läuft 2034 aus. Deshalb planen die Jungfraubahnen frühzeitig die Erneuerung der Firstbahn. Die neue Bahn soll ab Fuhrenmatte/Bahnhof Grindelwald starten, womit eine direkte Anbindung an den öffentlichen Verkehr gewährleistet ist. Mit der geplanten Erneuerung können mehr Qualität und Komfort geboten und zudem Wartezeiten vermieden werden. Die neue Linienführung schafft während des ganzen Jahres einen klaren Mehrwert für Einheimische und Gäste.
Nebst der Erneuerung der Bahnen soll auch die Situation am Berg mit Gastronomie und Aussenflächen entwickelt, die Beschneiungsanlage neu konzipiert und die Erlebniskette erweitert werden. Verkehrstechnisch wird die Talstation mit direkter Anbindung an den öffentlichen Verkehr erschlossen sein und eine passende Anzahl Parkplätze bieten.
Das anspruchsvolle Entwicklungsprojekt beinhaltet die neue Linienführung der Seilbahn, die neue Gondelbahn, die Gestaltung des Areales der Talstation Fuhrenmatte und auch der Bergstationen sowie die Nutzung der bestehenden Mittelstation Bort.
Auf dieser Website finden Sie alle Informationen zum Projekt – übersichtlich aufbereitet mit häufig gestellten Fragen, Medienmitteilungen und laufend aktualisierten Inhalten.
Das Ski- und Wanderparadies First, auf der Nordseite des Dorfes Grindelwald umfasst über 50 Pistenkilometer, zahlreiche Winterattraktionen und diverse Sommerangebote. Dazu gehören ein ausgedehntes Wanderrouten-Netz und bei den Adventure-Angeboten der First-Flyer, First-Glider oder auch die Trottibikes. Auf dem Gipfel warten der First Cliffwalk by Tissot und die First View als kostenlose Angebote auf die Gäste.
Erschlossen wird das Gebiet First einzig über die Firstbahn welche heute über eine Transportkapazität von rund 1'000 Personen/Stunde verfügt. Diese startet bei der Talstation, welche sich mitten im Dorf befindet, führt über die beiden Zwischenstationen Bort und Schreckfeld und endet bei der Bergstation First.
Seit 1947 ist die First seilbahntechnisch erschlossen. Die erste Bahn wurde mit Doppelsitz-Sessel betrieben. Die Strecke führte vom heutigen Standort «Gydisdorf» via Oberhaus – Bort – Egg nach First.
1991 erfolgte der letzte Ersatz der Bahn durch eine 6er Gondelbahn mit angepasster Streckenführung «Gydisdorf» via Umlenkstation Dirrslichern – Bort – Schreckfeld – First. Aufgrund des Alters der Firstbahn, deren Konzession 2034 ausläuft, soll die Firstbahn erneuert und die Talstation auf die Fuhrenmatte beim Bahnhof Grindelwald verlegt werden.
Die Bahn soll in Zukunft direkt vom Bahnhof Grindelwald mit Mittelstation in Bort nach First führen. Die Station Schreckfeld wird mit einer separaten Gondelbahn mit der Bergstation First verbunden. Unter Einbezug betroffener Grundeigentümer, Vertretern der Einwohnergemeinde, Grindelwald Tourismus, der Hotellerie, dem Gewerbe, Raumplanern, Landschaftsarchitekten und Ökologen wurden insgesamt acht Varianten geprüft. Die Variante Fuhrenmatte hat insbesondere auch bezogen auf öffentliche Interessen (Entlastung Dorfkern, Anbindung öV, hohe Verfügbarkeit, am wenigsten Beeinträchtigung Landschaftsbild und privates Grundeigentum, Steigerung der Standortattraktivität) mit deutlichem Abstand am besten abgeschnitten.
Durch die neue Linienführung ab Bort entlang und hinter der Felskante der "Firstwengen" ist die Bahn landschaftlich deutlich weniger gut einsehbar. Je nach Lichtverhältnissen und passender Farbwahl der Kabinen (ähnlich wie beim Eiger Express) passt sich die Bahn der Umgebung an. Zudem werden künftig nur noch 70 Kabinen verkehren (aktuell sind es 170 Gondeln) und diese Kabinen werden in grösserer Höhe fahren, so dass die Auswirkungen auf Schutzgebiete klar geringer sind.
Die Projektplanung ist noch nicht so weit, um dazu klare Aussagen machen zu können.
Im Rahmen einer Testplanung wurden die bauliche Volumentrie und Einbindung der Tal- und Bergstation geprüft. Dabei ging es auch um die Erarbeitung einer Projektbasis für Überbauungsordnung sowie die Festlegung des Seilbahnkorridors. Ziel war eine abgestimmte Lösung im Einklang mit Raumplanung, Landschaft und Nutzung.
Bei der Firstbahn handelt es sich um einen Ersatz der bestehenden Bahn. Die Konzession läuft im 2034 aus und baulich sowie elektromechanisch haben die Bauteile das Lebensende erreicht. Es geht um eine Erneuerung für die kommenden 40 Jahre und um eine Komfortsteigerung für die Gäste.
Das Projekt Erneuerung Firstbahn mit seinen Projektbestandteilen soll Grindelwald attraktiver machen. Der Ersatz der Firstbahn muss einerseits der touristischen Entwicklung der letzten 40 Jahre Rechnung tragen und anderseits die Entwicklung der kommenden 40 Jahre möglichst vorwegnehmen. Gerade die Entlastung des Dorfkerns, beispielsweise von Warteschlangen resp. den Gästeströmen bei und zur aktuellen Talstation, steigern die Attraktivität der Destination und deren Geschäfte sowohl für Tages- wie auch Mehrtagesgäste und wird somit zusätzlich Wertschöpfung generieren. Die Nähe der Talstation zum öffentlichen Verkehr sowie dem Dorfkern ist zudem beste Werbung für einen Abstecher ins Dorf vor oder nach einem Ausflug auf First.
Die Firstbahn wird weiterhin als Ganzjahresausflugsziel positioniert. Der Wintersport ist genauso wie das Sommerangebot ein wichtiger Bestandteil für das Gesamtangebot First. Dank der neuen Bahn wird die Anreise künftig komfortabler sein, zudem sind auch Investitionen in die Beschneiung geplant.
Die Firstbahn hat ein vitales Interesse an einer intakten Natur und einem qualitativ hochstehenden Tourismus. Die umwelttechnischen Aspekte (Natur, Umwelt und Landschaft) sind in die Variantenprüfung, entsprechend gewichtet, eingeflossen. Allfällig nötige und berechtigterweise geforderte Ersatzmassnahmen und Auflagen werden umgesetzt repektive erfüllt. Der umfassende Umweltverträglichkeitsbericht wird weitere Vorkehrungen definieren. Abstimmungen mit den eidgenössischen und kantonalen Fachstellen finden bereits heute statt. Mit der neuen, optimierten Linienführung werden keine neuen Schutzzonen tangiert.
Bei den Adventure-Angeboten soll es künftig eine bessere Aufteilung geben sowie eine geografische Konzentration auf das Gebiet zwischen First und Schreckfeld. Das heisst, die Strecke für das Mountain-Cart und Trottibike-Angebot wird künftig nach oben verlegt.
Ein Resultat der Mitwirkung ist, dass die Idee der Rückführung der Wintersporttreibenden mit einer neuen Sesselbahn Isch-Bodmi ab der Talpiste Grindel via Bodmi zum Bahnhof und damit dem Standort der neuen Talstation der Firstbahn nicht mehr weiterverfolgt wird. Zu diesem Schluss kamen die Verantwortlichen der Firstbahn auf Basis der zu erwartenden Klimaerwärmung und in Absprache mit den Verantwortlichen der Gemeinde nach vertieften Abklärungen. Dabei zeigte sich, dass die Qualität der Rückführung und insbesondere die Verbindung "heutiges Pistenende Schybersboden bis zur neuen Talstation" nicht attraktiv und sinnvoll gelöst werden können.
Eine alternative Rückführung ab Stählisboden nach Bort oder Schreckfeld wurde mitunter auch im Rahmen der Linienführung für den Neubau der Firstbahn geprüft und würde weder ökologisch noch ökonomisch Sinn machen. Somit bleibt analog heute auch weiterhin eine attraktive Skibus-Verbindung ab Stählisboden zum Bahnhof essenziell. Alternativ dazu werden auch einige Gäste künftig die Ski-Abfahrt bis Bort vornehmen und direkt mit der Gondelbahn zurück ins Tal fahren.
Mit der Talstation beim Bahnhof Grindelwald erhält die neue Firstbahn einen direkten Anschluss an den öffentlichen Verkehr, mit der Berner Oberland-Bahn, der Wengernalpbahn und dem Ortsbus. Es wird eine Verlagerung der Anreise von der Strasse auf die Bahn angestrebt und die Dorfstrasse kann entlastet werden.
Dank unserem bewährten Gästelenkungssystem können Besucherströme effizient gelenkt werden. Die direkte Anbindung an den öffentlichen Verkehr beim Bahnhof Grindelwald ermöglicht zudem eine bequeme Anreise mit der BOB – und trägt gleichzeitig zur Reduktion des motorisierten Verkehrs im Dorf bei.
Bereits heute verzeichnet die First viele Gäste, wodurch die bestehende Seilbahninfrastruktur stellenweise an ihre Grenzen stösst. Mit der Erneuerung geht es in erster Linie darum, den Komfort und die Aufenthaltsqualität für unsere Gäste deutlich zu verbessern.
Die Talstation soll eine Mantelnutzung für Geschäfte, Wohnraum für Einheimische / Personal oder Beherbergung bekommen. Der Planungsprozess hat zusammen mit der Gemeinde Grindelwald begonnen, mit einer sogenannten Testplanung. Dabei werden Fragen wie Ortsbild, mögliche Nutzungen, Verkehrs-/Gästeflüsse oder Anbindung Dorfstrasse im Rahmen eines partizipativen Verfahrens geklärt. In dieses Verfahren sind namhafte Expertinnen und Experten aus den Bereichen Architektur, Verkehrs-, Raum- und Städteplanung sowie Landschaftsarchitektur involviert.
Am heutigen Standort der Talstation Firstbahn kann nach der Inbetriebnahme der erneuerten Firstbahn ab Bahnhof eine nachhaltige Entwicklung / Nutzung wie beispielsweise Wohnraum für Einheimische / Personal oder Gewerbe erfolgen. Die Planung dafür wird zu einem späteren Zeitpunkt gestartet.
Die Jungfraubahnen sind ein wirtschaftlich gesundes, lokal verankertes Unternehmen und finanzieren grosse Investitionen wie die Erneuerung der Firstbahn selbst. Neue Projekte – wie etwa die V-Bahn – haben in der Vergangenheit bereits zu mehr regionaler Wertschöpfung und zusätzlichen Arbeitsplätzen geführt. Rund drei Viertel der knapp 1'000 Mitarbeitenden leben in der Jungfrau Region, davon 190 allein in Grindelwald – und zahlen dort auch ihre Steuern. Die Jungfraubahnen zahlen pro Jahr rund 20 Millionen Franken.
Für die Überfahrrechte und Terrainbeanspruchungen für den Neubau der Firstbahn wurde ein einheitliches Entschädigungssystem ausgearbeitet, welche die Direktbetroffenen berücksichtigt.
Die Wahl des Bahnsystems vom Bahnhof Grindelwald nach First ist auf ein 3-Seilbahnsystem «Triline» gefallen. Das neuartige Seilbahnsystem von Doppelmayr/Garaventa überzeugt mit einem hohen Beförderungskomfort, Laufruhe, Energieeffizienz, hoher Wind-Stabilität und Tragkraft sowie langen Spannweiten für die Seilfelder. Das System ermöglicht eine optimale Linienführung ab Bahnhof via Bort bis nach First mit nur sechs Seilbahnstützen, ohne Waldschneisen. Dabei kommt einzig die erste Stütze im Bereich des Wohngebiets zu stehen. Dank hoher Seilführung kann der bestmögliche Abstand zu betroffenen Wohnhäusern erreicht werden.
Durch die kleine Anzahl Stützen sowie der Vermeidung von Waldschneisen überzeugt das System auch aus landschaftlicher Sicht. Rund 70 Kabinen bieten zwölf Sitz- und zu Spitzenzeiten zusätzlich fünf Stehplätze. Damit werden in Zukunft Warteschlangen bei den Stationen der Vergangenheit angehören und die Beförderungsqualität deutlich erhöht werden.
Für die Erschliessung des Knotenpunkts Schreckfeld ist ab First der gleiche Bahn-Typ wie bei der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen mit 30 Kabinen mit je zehn Sitzplätzen vorgesehen. Diese Gondelbahn wird gleich wie die neue Sesselbahn Isch-Bodmi von der Firma Doppelmayr/Garaventa gebaut.
Die Dorfstrasse wird mit der Talstation beim Bahnhof entlastet. Motorisierte Individualreisende erreichen die Talstation durch ein unterirdisches Parking via West-Umfahrung.
Die Berner Oberland-Bahnen haben alle Voraussetzungen geschaffen, um ab Dezember 2028 mit einem Viertelstundentakt die Bahnkapazitäten zu erhöhen. Massnamen sind unter anderem das Park+Ride Matten, die zusätzlich bestellten 10 Triebzüge, wovon sechs ab der Wintersaison 2025/2026 in Betrieb sein werden, und die geplanten Anpassungen am Bahnnetz mit erweiterten Kreuzungsstellen, inkl. Strassenunterführung Burglauenen ab 2028.
Die Talstation Fuhrenmatte wurde im ersten Workshopverfahren intensiv bearbeitet. Die resultierenden Grundsätze bilden die Grundlage für die Weiterentwicklung zum Richt- bzw. Vorprojekt. In Arbeit ist ein Richt- bzw. Vorprojekt für die Talstation mit Mantelnutzung inklusive Zufahrt, Anlieferung und Parkierung, die Nebengebäude, des Bushofs und des Bahnhofsplatzes.
Die Mittelstation Bort wird um einen Anbau für die neue Firstbahn erweitert, ähnlich wie bei der Station Holenstein der Männlichenbahn (GGM). Dank dem Anbau kann die bestehende Firstbahn während der Bauphase weiterbetrieben und später die Gondelgaragierung im Bereich der heutigen Station untergebracht werden. In Arbeit ist ein Richt- bzw. Vorprojekt für den Anbau sowie den Umbau der bestehenden Mittelstation.
Die Bergstation First wurde ebenfalls im ersten Workshopverfahren bearbeitet. Die resultierenden Grundsätze betreffend Setzung und Volumetrie werden gestalterisch weiterentwickelt. In Arbeit ist ein Richt- bzw. Vorprojekt, welches auch die Optimierung der Gästeflüsse abdeckt.
Die Talstation Schreckfeld wird unter Einbezug der bestehenden Station durch einen Neubau ersetzt oder durch einen Anbau für die neue Bahn Schreckfeld–First ergänzt. Die bestehende Station soll möglichst lange unverändert weiterbetrieben werden können. Bei einem Anbau kann das bestehende Gebäude für die Gondelgaragierung umgenutzt werden. Die umliegenden touristischen Nutzungen gilt es ebenfalls einzubeziehen.
Da die Konzession für die aktuelle Firstbahn im Jahr 2034 abläuft und die Bahntechnik grundlegend erneuert werden muss, streben die Jungfraubahnen an, den Neubau bis im Jahr 2030 fertigzustellen. Ein wichtiger Schritt wird die Anpassung der Überbauungsordnung sein. Darüber werden die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner von Grindelwald voraussichtlich Ende 2026 an der Gemeindeversammlung entscheiden.