01.05.2026

Berner Oberland-Bahnen AG verzeichnet 2025 trotz mehr Gästen einen Verlust

Die Berner Oberland-Bahn (BOB) hat im Jahr 2025 mit 7,2 Millionen Fahrgästen 0,9 Prozent mehr Gäste befördert als im Vorjahr. Bei der Schynige Platte-Bahn stieg die Gäste-zahl gegenüber dem Vorjahr um 2,3 Prozent auf 112'000. Insgesamt erwirtschaftete die Berner Oberland-Bahnen AG einen Verkehrsertrag von 30,9 Millionen Franken, was 1,3 Millionen Franken mehr sind als im Jahr 2024. Ein bewusster Entscheid für einen vorgezogenen Rollmaterialersatz bei der BOB sowie unmittelbar notwendige Sanierungsarbeiten beim Grätlitunnel der Schynige Platte-Bahn und bei der Parkhausbrücke auf der BOB-Strecke bei Lauterbrunnen führten trotz des erfreulichen Geschäftsgangs zu einem hohen Verlust.

Die Berner Oberland-Bahnen AG (BOB AG) verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 den höchsten Verkehrsertrag in ihrer Geschichte. Mit 30,9 Millionen Franken lag er nochmals 1,3 Millionen Franken höher als im Jahr 2024. 

Die Zahl der Gäste konnte die BOB im vergangenen Jahr auf 7,2 Millionen steigern. Der Wert des Jahres 2024 konnte so um 0,9 Prozent übertroffen werden. Der Verkehrsertrag lag bei 26,7 Millionen Franken und damit dank höheren Abonnementserträgen um 5,4 Prozent höher als im Jahr 2024.

112’000 Personen reisten im Berichtsjahr mit der Schynige Platte-Bahn (SPB). Das sind 2,3 Prozent mehr Gäste als im Jahr 2024. Der Verkehrsertrag nahm aufgrund rückläufiger Erträge aus dem Gruppenreiseverkehr und von Abonnementen um 2,1 Prozent auf 4,2 Millionen Franken ab. 

Bund und Kanton Bern leisteten 2025 Abgeltungen für den Regionalen Personenverkehr und die Infrastruktur von 11,9 Millionen Franken, was einem Rückgang um 2 Millionen Franken oder 16,8 Prozent gegenüber 2024 entspricht. Trotz tieferer Abgeltung resultierte für die BOB AG insgesamt eine Umsatzsteigerung von 1,0 Millionen Franken auf 53,7 Millionen Franken.

Neues Rollmaterial und dringende Sanierungsarbeiten führen zu Verlust

Dass trotz des erfreulichen Geschäftsgangs ein Verlust von 7,3 Millionen Franken resultierte, lag einerseits an den kurzfristig notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten wegen Hangbewegungen auf der Strecke der Berner Oberland-Bahn (BOB) bei der Parkhausbrücke in Lauterbrunnen und beim Grätlitunnel auf der Strecke der Schynige Platte-Bahn. Das hat Kosten von 2,9 Millionen Franken bzw. 0,9 Millionen Franken verursacht. Gleichzeitig zeigen diese Arbeiten, dass die Geschäftsleitung und das gesamte Team solche nicht eingeplanten Herausforderungen rasch und zuverlässig angehen und beheben können.                     

Beträge in TCHF20252024Veränderung in TCHF
Verkehrsertrag Berner Oberland-Bahn26'67925'302+1'377
Verkehrsertrag Schynige Platte-Bahn4'1834'271-88
Abgeltung11'87113'883-2'012
 
Total Betriebsertrag53'71152'676+1'035
Total Betriebsaufwand-45'363-38'651-6'712
EBITDA8'34814'025-5'677
Jahresergebnis-7'281-691-6'590

Andererseits wurde bewusst entschieden, fünf BOB-Steuerwagen aus dem Jahre 2004 nicht zu revidieren, sondern durch fünf weitere, neue Triebzüge zu ersetzen. Dieser Entscheid führte zu höheren Abschreibungen und Zinsaufwendungen. Die fünf zusätzlich bestellten Triebzüge werden 2027/2028 ausgeliefert. Die BOB-Rollmaterialflotte wird damit künftig ausschliesslich aus modernem Rollmaterial mit Niederflureinstiegen bestehen, mit dem der aktuelle Halbstundentakt sowie an stark frequentierten Tagen Zusatzzüge in beide Lütschinentäler in hoher Qualität sichergestellt werden können.

Trotz des Jahresverlustes weist die Berner Oberland-Bahn im Regionalen Personenverkehr einen Kostendeckungsgrad von 80,4 Prozent aus, ein Wert, der im schweizweiten Vergleich weiterhin sehr hoch ist. Der Verlust kann über bestehende Reserven gedeckt werden.

Investitionen 

Im Jahr 2025 hat die BOB AG 49,2 Millionen Franken investiert. Davon entfielen 41,8 Millionen Franken auf Teilzahlungen für die Niederflurtriebzüge, die zwischen 2025 und 2028 aufgeliefert werden.

Nachhaltigkeit

Die BOB AG trägt eine besondere Verantwortung gegenüber Umwelt, Gesellschaft und ihren Stakeholdern. Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, setzt die BOB AG auf eine ganzheitliche Nachhaltigkeitsstrategie. Darin wird nicht nur eine nachhaltige Entwicklung angestrebt, sondern auch die Verbindung von wirtschaftlichem Erfolg mit sozialer und ökologischer Verantwortung berücksichtigt. Zu den Schwerpunktthemen gehören unter anderem Biodiversität, verantwortungsvolle Unternehmensführung und -kultur sowie die Weiterverfolgung des strategischen Ansatzes Schiene, statt Strasse. 

Ausblick

Die ersten sieben neuen Triebzüge sind bereits in Betrieb, weitere drei sollen im Frühsommer 2026 ebenfalls fahrplanmässig eingesetzt werden. Die zuletzt bestellten fünf neuen Triebzüge werden 2027/2028 ausgeliefert. Die Einführung dieses neuen Rollmaterials hat der BOB erlaubt, in Hochsaisonzeiten, wie in der zu Ende gegangenen Wintersaison, Zusatzzüge in Lastrichtung zu fahren.    

Als Resultat davon konnte die Auslastung des Park+Rides Matten gegenüber der vorherigen Wintersaison um 92 Prozent gesteigert und somit die Lütschinentäler merklich vom motorisierten Individualverkehr entlastet werden.          

Für den Umbau des Bahnhofs Burglauenen mit Kreuzungsstelle und Strassenunterführung läuft aktuell die Auflage des Projekts. Das Bundesamt für Verkehr befasst sich mit dem Plangenehmigungsverfahren (PGV). Dieses Projekt ist zusammen mit dem Umbau der Haltestelle Schwendi, für welchen das PGV seit diesem Frühjahr vorliegt, zentral für den geplanten Ausbau zum permanenten 15-Minuten-Takt zwischen Interlaken Ost und Grindelwald.

Der Geschäftsbericht 2025 der Berner Oberland-Bahnen AG ist unter folgendem Link veröffentlicht: Geschäftsbericht Berner Oberland-Bahnen AG