Die Luftseilbahn Lauterbrunnen – Grütschalp startet nach einer umfassenden Modernisierung wieder in den Betrieb. Herzstück der Erneuerung ist die neue Kabine mit Platz für 135 Personen. Damit ist die Kapazität besser auf die bereits erneuerte Adhäsionsbahn Grütschalp – Mürren abgestimmt. Die neue Kabine ist zudem farblich an die Bahn angepasst und verkehrt künftig unbegleitet.
«Mit der neuen Kabine schaffen wir mehr Komfort und erfüllen einen Wunsch unserer Gäste und der Bevölkerung nach mehr Platz», sagt Stefan Wittwer, Leiter der Bergbahn Lauterbrunnen-Mürren (BLM). «Gleichzeitig wurde die gesamte Anlage technisch erneuert und für einen sicheren und zuverlässigen Betrieb in den kommenden Jahren vorbereitet.»
Im Rahmen der Arbeiten wurden neben der Kabine auch das Gehänge sowie das Laufwerk erneuert und die Kabinenführungen auf den Stützen angepasst. Weiter wurden verschiedene sicherheitsrelevante Komponenten erneuert. So erhielt die Bergbahn zum Bespiel einen neuen Antrieb, die Fangbremshydraulik wurde ersetzt und die Getriebe sowie Antriebsmotoren revidiert.
Während der Modernisierung der Luftseilbahn wurde auch die Güterumladeanlage auf der Grütschalp umfassend revidiert und erneuert. Mit der Anlage werden die Güter von der Luftseilbahn auf den Güterwagen der Adhäsionsbahn umgeladen. Die Umladeanlage ist damit ein zentrales Element für die Güterversorgung des Bergdorfs Mürren.
Verbesserte Gästelenkung und optimierte Energieeffizienz
Auch die Talstation wurde aufgewertet: Ein zusätzliches Perron sorgt für eine bessere Trennung der Gästewege, neue Rolltreppen, ein neuer Lift sowie höhere Perron-Türen verbessern den Komfort und die Sicherheit. Für die Mitarbeitenden wurden zudem neue Arbeitsbereiche geschaffen.
Ein weiterer Schwerpunkt der Erneuerung liegt auf der Energieeffizienz. In einer zweiten Bauphase wird bei der Bergstation ein zusätzliches Gebäude gebaut, in welchem ein Energiespeichersystem installiert wird. Die bei der Talfahrt erzeugte Energie kann künftig gespeichert und bei der Bergfahrt wieder genutzt werden. Dadurch werden der Energieverbrauch optimiert und die Kosten für Leistungsspitzen reduziert. In einem weiteren Schritt soll auf den Dächern der Station Grütschalp eine Photovoltaikanlage installiert werden, welche die gewonnene Energie ebenfalls in das neu geschaffene Speichersystem abgibt. «Wir investieren nicht nur in eine moderne Infrastruktur, sondern auch in einen nachhaltigeren Betrieb», erklärt Stefan Wittwer. «Die optimale Nutzung der vor Ort gewonnenen Energie ist ein wichtiger Schritt auf diesem Weg.»
Zur nachhaltigen Ausrichtung der BLM gehörte schon bisher die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Bahnhofs Mürren, das Rekuperieren des Stroms bei der Adhäsionsbahn oder der Fakt, dass die gesamte Menge an Strom, wie bei allen Bahnen der Jungfraubahnen, aus erneuerbaren Schweizer Energiequellen stammt.
Die Kosten für die bisherige Modernisierung belaufen sich auf rund 7,5 Millionen Franken. Darin sind die Kosten für die erwähnte zweite Bauphase nicht enthalten.