Geschäftsbericht Jungfraubahn Holding AG 2010

Auszug aus dem Jahresbericht 2010 der Jungfraubahn Holding AG
Wichtige Hinweise:
Der vorliegende Auszug aus dem offiziellen Geschäftsbericht wurde speziell für die Präsentation im Internet erstellt. Es handelt sich um eine stark gekürzte Version. Bitte beachten Sie, dass sich die Genehmigungsanträge / -beschlüsse des Verwaltungsrates und der Generalversammlung auf die ungekürzte, gedruckte Version in deutscher Sprache beziehen. Nur dieser kommt Verbindlichkeit zu. Der vollständige Bericht (in Deutsch) kann mit dem unten stehenden Link heruntergeladen werden.
Die Berichterstattung ist stellenweise mit einem Blick auf mittel- und längerfristige Erwartungen verbunden. Alle auf die Zukunft bezogenen Aussagen beinhalten Unsicherheiten. Sie sind Projektionen, welche die Sicht der heutigen Entscheidungsträger reflektieren. Die tatsächlichen zukünftigen Ereignisse und Entscheide können insbesondere auf dem Hintergrund veränderter Umweltbedingungen anders ausfallen. Alle zukunftsbezogenen Aussagen basieren auf Fakten, wie sie zum Zeitpunkt des Erstellens des Berichtes im März 2011 vorlagen.
----------------------------------------------------------------- Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, geschätzte Damen und Herren Geschäftsverlauf
In der Finanzmarktkrise galt unsere volle Aufmerksamkeit den Kundenbeziehungen, insbesondere in den Wachstums¬märkten. Dies hat zur erhofften Stärkung unserer Marktposition geführt, was sich nun durch eine eindrückliche Rückkehr der Gäste aus Asien manifestierte. Unsere Gruppe konnte den Umsatz im Geschäft mit den internationalen Reiseveranstaltern gegenüber dem Vorjahr um 29% steigern. Die Zahl der Jungfraujochbesucher aus Korea beispielsweise nahm stark zu und erreichte den Stand von 2007. Dies führte zusammen mit einem guten allgemeinen Geschäftsgang dazu, dass wir mit CHF 104,2 Mio. einen Rekordverkehrsertrag erzielen konnten und mit CHF 22,6 Mio. erneut das beste Konzernergebnis seit Bestehen der Jungfraubahn Holding AG vorlegen können.
Das wirtschaftliche Umfeld war 2010 weniger turbulent als in den Vorjahren. Die bessere Konsumentenstimmung zeigte sich im Wunsch, wieder vermehrt zu reisen. Dennoch gab es auch einzelne Rückschläge. Da war der Vulkan im fernen Island, der Eyjafjallajökull, der mit seinem Ausbruch fast den gesamten europäischen Flugverkehr lahmlegte. Gäste aus Übersee erreichten uns nicht oder mussten ihre Reisepläne fallen lassen. Das Resultat im Monat Mai hat darunter gelitten (Jungfraujoch an – 12,2% gegenüber Vorjahr). Zudem begann sich der starke Schweizer Franken in den Geschäftsfeldern Erlebnisberge und Wintersport bemerkbar zu machen. Allerdings wurden aufgrund der Währungsentwicklungen Europareisen für asiatische Gäste günstiger. Einmal mehr erweist sich die Breite unserer Geschäftsfelder und Angebote als eine besondere Stärke. Insgesamt steigerte die Gruppe den Umsatz um 3,2% auf CHF 138,6 Mio. Erfreulicherweise liegen die Personalkosten sogar tiefer als im Vorjahr, was auf die 2009 eingeleiteten Sparmassnahmen zurückzuführen ist. Im Gegensatz dazu sind die Sachkosten gegenüber dem Vorjahr im erwarteten Umfang angestiegen. Schliesslich resultierten auch auf Stufe EBIT mit CHF 29,0 Mio. ein neues Rekordergebnis. Geschäfts- und Investitionspolitik
Die Jungfraubahnen haben sich einer marktorientierten Preispolitik verschrieben. Exklusivität und hohe Nachfrage erlauben es nach wie vor, sich in einem attraktiven Preissegment zu positionieren. In regelmässigen Abständen werden daher Erhöhungen vorgenommen; letztmals per Dezember 2010 um rund 2%. Dabei war man auf den Strecken Lauterbrunnen – Mürren und Lauterbrunnen – Wengen an das Vorgehen des gesamtschweizerischen direkten Verkehrs gebunden. Die Gruppe agiert auf den übrigen Strecken selbstständig und ohne Bindung an einen extern vorgegebenen Rhythmus. Dies erlaubt es, ein auf das spezifische Umfeld und den Tourismus ausgerichtetes Vorgehen zu wählen.
Attraktivität und Qualität sind Voraussetzung für das Halten des Preisniveaus. Die Basis hierfür schaffen wir durch die Pflege der Substanz und die kontinuierliche Erneuerung der Anlagen. Die Gruppe investiert zu diesem Zweck im längerfristigen Durchschnitt die Hälfte des erarbeiteten Cashflows. Dies als Teil einer Value-Strategie, die sicherstellt, dass auch genügend Free Cashflow generiert wird. So bewegt sich das Unternehmen auf dem Pfad des nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolgs. Eine gesunde Rentabilität ist nicht nur eine Verpflichtung gegenüber den Aktionärinnen, Aktionären, sondern geschieht im Interesse aller Stakeholder, weil sie den Fortbestand, die Unabhängigkeit und damit die Verlässlichkeit des Unternehmens sichert. Gerade bei der Jungfraubahn-Gruppe, die auch einen wichtigen «Service public» erbringt, ist das von grosser allgemeiner Tragweite. Die freien Cashflows werden ausgeschüttet oder aber in Geschäftserweiterungen von strategischer Dimension (Wertsteigerung des Unternehmens) investiert.
Ein strategischer Fokus der vergangenen Jahre lag im Geschäftsfeld Wintersport. Die Investitionen, die in diesem Rahmen getätigt wurden, bewähren sich. Durch den Bau der 6er-Sesselbahnen Honegg und Eigergletscher konnten Marktanteile im Skigebiet gewonnen werden. Mit dem Ersatz der Sesselbahn Wixi an der Lauberhornschulter im Jahre 2012 wird diese wichtige Erneuerungsphase der Transportanlagen im Umfange von rund CHF 36 Mio. abgeschlossen. Äusserst bedeutend für die Entwicklung des Wintersportgeschäfts war der in den vergangenen Jahren forcierte Bau von Beschneiungsanlagen. In der Periode 2007 bis 2010 hat die Gruppe insgesamt CHF 17,7 Mio. in die Schneesicherheit investiert.
Aufgrund von Masterplänen und einer umfassenden Finanz¬planung haben wir im Laufe des Jahres 2010 unsere künftigen Investitionsvorhaben konkretisiert und auf die nächsten 15 Jahre hinaus priorisiert. Das Projekt Jungfraubahn PREMIUM, das die Modernisierung der Jungfraubahn vorsieht, wurde dabei zeitlich hinter die dringende Erneuerung der Wengernalpbahn, WAB PLUS, zurückgestellt. WAB PLUS steigert unsere Produktivität nachhaltig; dies verbunden mit einer massiven Reduktion der Unterhalts- und Reparaturkosten. Mit dem Bau eines neuen Rundgangstollens, der auf dem Jungfraujoch durch verschiedene historische und naturnahe Sehenswürdigkeiten führen wird, haben wir im November 2010 begonnen. Mit diesem Rundgang schaffen wir eine neue Hauptattraktion und können den Erlebniswert von Jungfraujoch – Top of Europe weiter erhöhen. Eröffnung der neuen 16-Mio.-CHF-Attraktion wird Teil des Programms 100 Jahre Jungfraubahn im Jahr 2012 sein. Diese Bestrebungen setzen wir mit der Idee fort, eine bisher von der Swiss¬com betriebene Richtfunkstation künftig touristisch zu nutzen. Ein Umbau auf 3700 Metern über Meer auf dem exponierten Ostgrat der Jungfrau ist technisch schwierig und erfordert aus ästhetischer und ökologischer Sicht viel Feingefühl. Daher haben wir als ersten Schritt einen Wettbewerb initialisiert, der höchste architektonische Qualität und Naturverträglichkeit sicherstellen wird. Finanzielle Zielgrössen
Die strategischen Finanzziele der Gruppe widerspiegeln die Orientierung an langfristigen Zielen und die Politik eines wertorientierten Unternehmens. Die wichtigsten Grössen, welche die Finanzplanung der Gruppe bestimmen, sind Ertragsziele und auf den Free Cashflow ausgerichtete Ziele: Umsatzrendite ? 12%
EBIT-Marge ? 15%
Investitionen/Cashflow < 50%
Payout-Ratio 33% bis 45%
Summe Free Cashflow 2004 bis 2013 ? CHF 130 Mio.
Eigenfinanzierungsgrad > 70%
Erneut hat die Gruppe alle Zielsetzungen übertroffen. Die Umsatzrendite betrug 16,3%, die EBIT-Marge erreichte 20,9%. 46,7% des Cashflows wurden reinvestiert. Mit der beantragten, unveränderten Dividende von CHF 1.60 pro Aktie beträgt die Payout-Ratio 41,2%. Die kumulierten Free Cashflows haben nach sieben Jahren mit CHF 142,1 Mio. die langfristige Zielsetzung für die Jahre 2004–2013 von CHF 130 Mio. bereits übertroffen. Der Eigenfinanzierungsgrad beträgt 76,4%. Im Berichtsjahr wurden sämtliche verzinslichen Bankschulden zurückbezahlt. Ausblick
Das Jubiläum 100 Jahre Jungfraubahn wird auf die gesamte Gruppe positiv ausstrahlen. An der Weltausstellung in Shanghai wurde im Sommer 2010 der Countdown bis zum Geburtstag der Jungfraubahn offiziell gestartet. Unsere Aktivitäten im Jubiläumsjahr werden dazu beitragen, das Jungfraujoch – Top of Europe weltweit noch bekannter zu machen. Das Programm wird Ende Sommer präsentiert werden. Das Wintergeschäft zeigt, dass die Auswirkungen auf die Nachfrage durch die Stärke des Frankens weniger ausgeprägt sind als befürchtet. Dies zumal das englische Pfund sich gegenüber 2009 sogar etwas verbesserte. Allerdings dürfte die Währungssituation die touristische Nachfrage aus dem EU-Raum durchaus etwas dämpfen und auch die Schweizer dazu bewegen, vermehrt im Ausland Ferien zu machen. Der Buchungsstand lässt auf eine weiterhin grosse Nachfrage aus den asiatischen Märkten schliessen. Allerdings lassen sich die Auswirkungen der Naturkatastrophe in Japan und der kriegerischen Auseinandersetzungen in Libyen noch nicht abschätzen. Bis zum heutigen Zeitpunkt hält sich die Veränderung im Buchungs-und Reiseverhalten in engen Grenzen. In Korea zeichnet sich eine Konsolidierung auf hohem Niveau ab. Sehr erfolgversprechend bleibt der indische Markt, während wir uns in China nun definitiv etablieren können.