Portraits - Unsere Mitarbeiter

Den typischen Arbeitstag von Stefanie Bähler gibt es nicht: «Mein Job ist sehr abwechslungsreich», sagt die Leiterin des Kraftwerks Lütschental. Sie plant Anlagen und erledigt Administratives, geht Freileitungen ab und besucht Baustellen. Dabei kommt die Solothurnerin viel herum: Das Kraftwerk versorgt das gesamte Netz der Jungfraubahnen, und dieses reicht von Interlaken bis aufs Jungfraujoch. Auf den ersten Blick mag der Unterschied zu ihren früheren Jobs in der Antarktis und auf hoher See gross erscheinen. Die Schiffsbetriebsingenieurin sieht jedoch Parallelen: «Ein Schiff gleicht einem schwimmenden Kraftwerk», sagt sie. Dort wie hier zähle nicht nur das Elektrische. Man müsse vielseitig sein und sich zu helfen wissen. Diese Talente sind zum Beispiel gefragt, wenn ein Sturm eine Stromleitung auf der Bahnstrecke unterbricht. Dann bringen Stefanie Bähler und ihr neunköpfiges Team aus Netzelektrikern, Elektroinstallateuren und Mechanikern den Bahnbetrieb schnell wieder ins Rollen: «Wir können fast alles im Team abdecken», meint sie.


Seit der Wintersaison 2017/18 können die Freeskier und Snowboarder im Snowpark Grindelwald First noch verrücktere Sprünge wagen: Ein 15x15 Meter grosses Luftkissen fängt sie bei der Landung sanft auf. Die Idee dazu stammt von CEO Urs Kessler und Gian Simmen. Seit November 2016 ist Snowboard-Olympiasieger Simmen bei den Jungfraubahnen und stets auf Achse, um die Destination noch attraktiver zu machen: «Die Pace ist hoch», meint der Marketingfachmann. «Dafür bin ich über alle Stufen mit Leuten in Kontakt, von der Putzequipe bis zum CEO, und erziele mit meiner Arbeit sichtbare Resultate.» Zu nennen wäre das verbesserte Angebot des Snowparks, der Profis wie Einsteiger abholt. «Wenn die Kinder zuhause erzählen, dass sie neben der schwarzen Piste auch Boxen und die Halfpipe schaffen, macht das ihr Erlebnis auf der Skipiste noch intensiver und nachhaltiger», ist sich Simmen sicher. Bereits realisiert er die nächste Idee: Golf im ewigen Schnee auf dem Jungfraujoch, bei dem es eine Luxusuhr zu gewinnen gibt.


Als Reto Reiss Lokführer war, musste er sein Können regelmässig prüfen lassen: «Ich bewunderte dabei stets die Fahrdienstexperten, die auf allen fünf Bahnen unseres Unternehmens agieren können», meint er. Das würde ihm auch gefallen, dachte er damals. Also begann Reiss die entsprechende Ausbildung. In einem Jahr erwarb er die Bescheinigungen für die weiteren vier Zahnrad- und Schmalspurbahnen seines Arbeitgebers und ein Zertifikat in Erwachsenenbildung. Als vom Bund anerkannter Fahrdienstexperte nimmt er heute nicht nur Prüfungen ab, sondern schult auch rund 260 Mitarbeiter. Manche sind mit 30 Dienstjahren weit erfahrener als er. Gut so, findet Reiss: «Der Austausch ist wertschätzend, und ich lerne dazu.» Am meisten freut es ihn aber, wenn der Nachwuchs reüssiert: «Zusammen mit den Anwärtern verspüre ich viel Stolz, wenn sie ihre Prüfung erfolgreich bestreiten.»


Dreimal Schweizermeister, einmal Europameister und zweimal Weltmeister – Curlingspielerin Franziska Kaufmann hat mit ihrem Team Grosses erreicht, seit sie sich 1998 erstmals aufs Eis wagte. Dass der Erfolg nicht von selbst kommt, versteht sich: Die Trainings und Wettkämpfe auf der ganzen Welt kosten viel Zeit – die ihr der Vorgesetzte gerne gibt: «Grosse Turniere, für die ich länger fehle, können wir frühzeitig planen», sagt die Bahnreiseverkäuferin, die am Schalter in Grindelwald Gäste aus aller Welt berät. Die Arbeitszeit holt sie jeweils im Sommer wieder auf, wenn die Steine ruhen. Bei kurzfristig angesagten Spielen kann sie auf ihre Arbeitskollegen zählen und Dienste abtauschen: «Das Bahnreiseteam steht voll hinter mir und fiebert mit», sagt Kaufmann.


Mitten in der Nacht aufstehen und allein im Dunkeln neun Stunden lang steilste Hänge befahren? Viele würden dankend ablehnend. Nicht so Pascal Hallauer. Der gelernte Zimmermann träumte schon als Kind vom Pistenbullyfahren. Als er einmal einen Fahrer bei der Arbeit begleiten durfte, war es vollends um ihn geschehen. Er hängte seinen Beruf an den Nagel und präpariert seit der Saison 2014/15 Nacht für Nacht Pisten, Halfpipe und Snowpark. Als begeisterter Freeskier testet und optimiert er die Sprünge gleich selbst. Seine Leidenschaft für Wintersport ist aber nicht der wichtigste Grund, um seinen Schlaf zu opfern: «Der Job bedeutet Freiheit. Ich habe den ganzen Berg für mich, erlebe faszinierende Stimmungen, und oft wagen sich Tiere ganz nahe an den Pistenbully heran», fasst Hallauer seine Motivation zusammen.


Seilbahn-Mechatroniker? Lange war Caroline Meyer dieser Beruf gar nicht bekannt, obwohl sie schon immer eine handwerklich-technische Ausbildung angestrebt hatte. Als sie dann zufällig auf das Berufsbild stiess, war ihr klar: Das musste sie ausprobieren. Auf die Schnupperlehre bei den Jungfraubahnen folgte ein Lehrvertrag, und sie hat den Schritt bis heute nicht bereut: «Es ist genau, was ich gesucht habe», sagt die 17-Jährige aus Courtaman (FR). Dass ihr Arbeitsalltag so abwechslungsreich ist, gefällt ihr besonders: Seilbahn-Mechatroniker revidieren Gondeln, führen Streckenarbeiten aus und überholen Rollenbatterien, um nur einige Beispiele zu nennen. Caroline Meyers Traum? «Ich möchte beim Aufbau einer Anlage von Anfang dabei sein und mithelfen.»