Halbjahresbericht der Jungfraubahn Holding AG 2014

Die Jungfraubahn-Gruppe erzielt einen Halbjahresgewinn von 11,7 Millionen Franken Die Jungfraubahn-Gruppe blickt auf einen guten Geschäftsverlauf im ersten Semester 2014 zurück. Sie erzielte einen Betriebsertrag von CHF 79,5 Mio. und konnte diesen gegenüber dem Jahr zuvor um CHF 2,1 Mio. beziehungsweise 2,7% erhöhen. Zur Umsatzsteigerung trug im Wesentlichen der höhere Verkehrsertrag bei, welcher gegenüber derselben Periode im Jahr 2013 um CHF 1,4 Mio. gestiegen ist. Der Ausflugsverkehr auf das Jungfraujoch – Top of Europe profitiert weiterhin von der steigenden Nachfrage aus Asien. Im ersten Halbjahr 2014 reisten 354 900 Besucherinnen und Besucher auf das Jungfraujoch, das sind 20 700 mehr als im Vorjahr. Es zahlte sich aus, dass das Unternehmen die intensive Bearbeitung der asiatischen Märkte fortsetzte und die Marke Jungfraujoch – Top of Europe stärkte. Nach einem guten Start in die Wintersaison 2013/2014 fiel das Ergebnis für die Berichtsperiode von Januar bis Saisonschluss 2014 unterdurchschnittlich aus. Die nach wie vor rückläufigen Zahlen bei den Feriengästen führten dazu, dass trotz der guten Pistenverhältnisse weniger Wintersportgäste in die Jungfrau Region reisten. Vom 1. Januar 2014 bis zum Ende der Wintersaison verzeichnete die JUNGFRAU Ski Region, an der die Jungfraubahn-Gruppe einen Umsatzanteil von über 60 % hält, 868 100 Skier Visits und damit einen Rückgang von 5,2 %. Für die Jungfraubahn-Gruppe resultierte ein Ertrag aus dem Wintersportgeschäft von CHF 17,7 Mio., was einer Abnahme von 4,0 % entspricht. Das Ergebnis liegt deutlich hinter den guten Wintersportjahren zurück. Im ersten Semester 2014 erzielte die Jungfraubahn-Gruppe einen Gewinn von CHF 11,7 Mio., womit das Halbjahresergebnis 5,6 % über jenem des Vorjahres liegt. Das Unternehmen verzeichnete ein operatives Ergebnis (EBIT) von CHF 14,9 Mio. und erreichte eine EBIT-Marge von 18,7%.

Besucherfrequenzen

2014

2013

Veränderung

1.1.-30.6.

Jungfraujoch (Berg an)

354'900

334'200

6,2%

Skier Visits JUNGFRAU Ski Region

868'100

916‘100

-5,2%

Verkehrserträge (TCHF)

Jungfraujoch-Top of Europe

39'799

37‘784

5,3%

Erlebnisberge

3'539

3‘102

14,1%

Wintersport

17'699

18‘434

-4,0%

Güterverkehr

843

835

1,0%

Total Verkehrsertrag brutto

61'880

60‘155

2,9%

Erlösminderungen

-2'877

-2‘569

12,0%

Total

59'003

57‘586

2,5%

Ausbauprojekt V-Bahn Die Jungfraubahn-Gruppe plant, gemeinsam mit der Gondelbahn Grindelwald-Männlichen AG und der Berner Oberland-Bahnen AG eine V-Bahn zu bauen, die sowohl den Männlichen als auch den Eigergletscher erschliesst. Mit dem Projekt wird beabsichtigt, neue Perspektiven für die nächsten Generationen zu schaffen und die Qualität für den Sommer- und Wintergast deutlich zu erhöhen. Die V-Bahn ist Teil eines integrierten Gesamtprojekts, das aus den folgenden acht zentralen Elementen besteht: 1) Haltestelle Rothenegg und neues Rollmaterial BOB 2) gemeinsamer Terminal Grund mit Geschäften und direkter Anbindung an den öV 3) Parkhaus mit rund 1000 Plätzen 4) Ersatz Männlichenbahn mit einer modernen 8er-Gondelbahn 5) Neue 3S-Bahn «Eiger-Express» von Grindelwald Grund nach Eigergletscher mit 44 Gondeln à 28 Sitzplätze 6) Neues Rollmaterial WAB, bessere Erschliessung Wengen, neuer Wengen Shuttle 7) Neues Rollmaterial Jungfraubahn, höhere Qualität und keine Stehplätze mehr 8) First-Terminal in Grindelwald Grund mit einer direkten Bus-Anbindung der Firstbahn zur Erleichterung des Skigebietswechsels. Seit der Publikation des Mitwirkungsberichts Ende 2013 wurde das Projekt laufend weiter entwickelt und angepasst. Vom Kanton wurde eine Studie zu den «Volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Projekts V-Bahn auf den Kanton Bern» in Auftrag gegeben. Der Schlussbericht zeigt, dass das Projekt für die Jungfrau Region und vor allem für Grindelwald eine sehr grosse volkswirtschaftliche Bedeutung hat. Zur Abklärung der Verkehrssituation wurde die Korridorstudie Lütschinentäler durch die Metron Verkehrsplanung AG erstellt. Die Ergebnisse sagen aus, dass der Verkehr mit den geplanten Massnahmen zu bewältigen ist. Ende Mai 2014 erfolgte die Eröffnung der Ausstellung zur V-Bahn in Grindelwald. Im Juli wurde ein Gutachten der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission erstellt. Dieses ist Bestandteil der öffentlichen Gesamtauflage. Seit August werden wöchentlich öffentliche «V-Bahn-Höcks» durchgeführt. Am 19. Oktober wird die Bergschaft Wärgistal über das Überfahrrecht mit der 3S-Bahn und über ein Baurecht für die Bergstation Eigergletscher abstimmen. Die Volksabstimmungen finden am 24. Oktober in Grindelwald und am 27. Oktober in Lauterbrunnen statt. Die Jungfraubahnen und die Gondelbahn Grindelwald-Männlichen legen Wert auf einen intensiven Dialog mit den betroffenen Landeigentümern, Bergschaften, Behörden, Umweltschutz- und Landschaftsschutzverbänden. Neues Rollmaterial für die Jungfraubahn Bei der Jungfraubahn wurden vier neue dreiteilige Niederflurtriebzüge bestellt. Das Rollmaterial der Firma Stadler AG wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2016 ausgeliefert. Sanierung Gletscherrestaurant Nach gut zehnmonatiger Bauzeit wurde das Gletscherrestaurant auf dem Jungfraujoch am 1. Mai 2014 wieder eröffnet. Mit der Sanierung haben die Jungfraubahnen rund 11 Millionen Franken in die Qualität ihres Ausflugsziels Top of Europe investiert. Kernstück der Sanierung ist die neu entstandene Fassadenfront aus Glas, welche über zwei Stockwerke einen freien Blick auf den Aletschgletscher bietet. Aktionärsclub Im Aktionärsclub der Jungfraubahn-Gruppe sind alle Aktionärinnen und Aktionäre vertreten, die per Stichtag 1. Oktober 2014 mehr als 250 Aktien der Jungfraubahn Holding AG besitzen. Unter www.jungfrau.ch/aktionaersclub sind die aktuellen Angebote zu finden. Ausblick Die Jungfraubahn-Gruppe ist mit einer neuen Attraktion in das zweite Semester gestartet. Am 16. Juli 2014 wurde der Lindt Swiss Chocolate Heaven auf dem Jungfraujoch eröffnet, begleitet von einem Tennis-Showmatch mit Roger Federer. Trotz des schlechten Wetters reis6ten im Juli und August 264 000 Personen zum Jungfraujoch, was der Besucherzahl aus dem Jubiläumsjahr 2012 entspricht. Aufgrund des guten Buchungsstands ist die Jungfraubahn-Gruppe zuversichtlich, beim wichtigsten Ertragspfeiler, dem Ausflugsverkehr zum Jungfraujoch, weiterhin an den Erfolg der Vorjahre anschliessen zu können. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen erhofft sich die Jungfraubahn-Gruppe, den guten Wintersportstart aus dem Vorjahr zu wiederholen.