Die Jungfraubahn Holding AG verzichtet auf Dividende

Die Jungfraubahn Holding AG revidiert ihren Dividendenantrag vom 26. März an die Generalversammlung und beantragt neu, für das Jahr 2019 auf eine Auszahlung der Dividende zu verzichten. Dies, weil sich die Aussichten auf eine Normalisierung des Tourismus für das laufende Geschäftsjahr angesichts der globalen Ausbreitung des Coronavirus im Vergleich zu den Prognosen im März und mit dem aktuellen Entscheid des Bundesrates markant verzögert haben. Namentlich besteht in der Schweiz für den Tourismus noch kein Fahrplan für einen Ausstieg aus dem Lockdown.

Die Jungfraubahn Holding AG muss davon ausgehen, dass das Ergebnis 2020 deutlich unter den Vorjahren liegen wird. Gegenüber der Situation vor einem Monat haben sich die Aussichten nochmals stark verschlechtert. Eine rasche Besserung zeichnet sich im Tourismus unmittelbar nicht ab. Auch nach dem Entscheid des Bundesrates vom 16. April 2020 besteht für die Branche noch kein Fahrplan für den Ausstieg aus dem Lockdown.

Die Jungfraubahnen beziehen seit der Schliessung aller touristischen Einrichtungen Kurzarbeitsentschädigung für rund zwei Drittel ihrer Belegschaft. Deshalb kam der Verwaltungsrat am Montag auf seinen Entscheid von Ende März zurück, für das Rekordjahr 2019 eine massvolle, unter dem Ausschüttungsband liegende Dividende auf Vorjahresniveau zu zahlen.

Der Verwaltungsrat schlägt der Generalversammlung der Jungfraubahn-Gruppe nun vor, auf die Auszahlung einer Dividende zu verzichten. Die Unternehmung fokussiert so auf die mittelfristige Zukunft und die Fertigstellung der V-Bahn. Dadurch werden jetzt während des Baus für die Region Wertschöpfung und für den Wiederaufbau des Tourismus nach der Krise optimale Voraussetzungen geschaffen. Die Löhne der Geschäftsleitung werden im Jahr 2020 klar geringer ausfallen, weil unter anderem variable Komponenten der Entschädigung wegfallen. Der Verwaltungsrat hat zudem eine Kürzung seiner Bezüge beschlossen.

Als Value Stock ist die Jungfraubahn-Gruppe mit ihrer soliden Bilanz mit Gewinnreserven von CHF 595 Mio., die einer zurückhaltenden Dividendenpolitik der Vergangenheit geschuldet ist, und aktuell keinem verzinslichen Fremdkapital gut für diese schwierige Phase und den Weiterbau der V-Bahn gerüstet. Aber auch für die Jungfraubahnen wird dieses besondere Jahr herausfordernd und es zeichnet sich ab, dass die Unternehmung seit langer Zeit erstmals wieder – für die Fertigstellung der V-Bahn – Kredite aufnehmen muss. 

Die Generalversammlung der Jungfraubahn-Gruppe wird am 18. Mai 2020 in Interlaken durchgeführt. Sie wird gänzlich unter Ausschluss der physischen Teilnahme der Aktionärinnen und Aktionäre abgehalten. Mittels persönlicher Einladung und statutengemässer Publikation wurden die Aktionärinnen und Aktionäre über die Form der Generalversammlung und das Vorgehen zur Stimmabgabe informiert.